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Film-Nr.: 18477
Genre: Drama
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Genre: Historie / Kostüm Genre: Toptitel |
DAS VERSCHWINDEN DES JOSEF MENGELEDAS VERSCHWINDEN DES JOSEF MENGELE (Originaltitel)Deutschland, Frankreich, Grossbritannien - 2025 DVD - Code 2 - PAL Regie: Kirill SerebrennikovDarsteller: August Diehl, Maximilian Meyer-Bretschneider, Friederike Becht, David Ruland, Burghart Klaußner, Dana Herfurth Drehbuch: Kirill Serebrennikov, Olivier Guez Sprache: Deutsch Untertitel: Deutsch Laufzeit: 129 Min. Altersfreigabe FSK: ab 12 Jahre Bildformat: 2.39:1 Tonformat: Dolby Digital 5.1 1935 wurde er in Anthropologie promoviert. Titel der Dissertation: »Rassenmorphologische Untersuchung des vorderen Unterkieferabschnittes bei vier rassischen Gruppen«. Note: summa cum laude. 1938 ebenfalls mit Bestnote Doktor der Medizin. Am Angriffskrieg gegen die Sowjetunion nahm Mengele als Truppenarzt der Waffen-SS teil. 1943 Beförderung zum SS-Hauptsturmführer. Im Mai desselben Jahres trat er seine Stelle als leitender Lagerarzt in Ausschwitz an, die er im Januar 1945 notgedrungen aufgeben musste. Die Sowjetarmee nahte. Keine Zeit mehr für ein Arbeitszeugnis, in dem wahrscheinlich etwas gestanden hätte in der Art, Dr. Dr. Josef Mengele erledigte die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit, pflichtbewusst auch unter erschwerten Umständen, wobei seine wissenschaftlich nie versiegende Neugier besondere Hervorhebung verdient. Kein Arbeitgeber – kein Arbeitszeugnis. »Hitler kaputt«, wie russische Soldaten sagten. Und Mengele verschwunden. Bis auf einen Rückblick in Farbe erzählt Kirill Serebrennikows Schwarzweißfilm vom Leben des Massenmörders nach 1945 unter falscher Identität. Erste Station in Übersee Argentinien, später Flucht nach Paraguay, kurz darauf nach Brasilien. Dazwischen ein Besuch bei seiner Familie in der Bundesrepublik. August Diehl in der Hauptrolle verkörpert Mengele als toxische Männlichkeit mit irrlichternder Intelligenz und egozentrischer Hassliebe zu sich selbst. Seine Figur ist ein charakterlicher Abgrund aus fehlendem Unrechtsbewusstsein bei zunehmendem Hadern über das Karriereende, den sozialen Abstieg, die prekären Verhältnisse. Der 1969 in der Sowjetunion geborene, seit 2022 in Deutschland lebende Regisseur hat ein Biopic gedreht, das seinesgleichen sucht und so schnell nicht findet. Eine wohlfeil moralische Bewertung unterbleibt dabei. Und ein Happy End im Sinne irdischer oder höherer Gerechtigkeit gibt es ebenfalls nicht. Mengele wurde im Unterschied zu Adolf Eichmann nicht gefasst, nicht vor Gericht gestellt. Er starb während eines Badeurlaubs beim Schwimmen im Meer vor Bertioga, Brasilien. Er wurde 67 Jahre alt. (RD) |