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Film-Nr.: 18417
Genre: Dokumentarfilme
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Genre: Toptitel Genre: Portrait Genre: Kunst |
NAM JUNE PAIK: MOON IS THE OLDEST TVNAM JUNE PAIK: MOO IS THE OLDEST TV (Originaltitel)USA - 2023 DVD - Code 0 - PAL Regie: Amanda KimDarsteller: Nam June Paik, Steven Yeun, Shuya Abe, Marina Abramovic, Dolores An, Fred Barzyk Sprache: Englisch, Deutsch Untertitel: Deutsch Laufzeit: 109 Min. Altersfreigabe FSK: ab 12 Jahre Bildformat: 1.78:1 Tonformat: Dolby Digital 5.1 Features: Bildergalerie; Trailer Paiks kulturelle Prägung in Seoul als Sohn eines Industriellen sowie die Flucht seiner Familie mit ihm, dem Achtzehnjährigen, zu Beginn des Koreakrieges 1950 nach Tokio ist der Bezugsrahmen, aus dem heraus die Karriere dieses Multitalents nachgezeichnet wird. In Tokio studierte er Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie mit einer Abschlussarbeit über Arnold Schönberg. 1956 Fortsetzung des musikwissenschaftlichen Studiums in München. Schlüsselzeit für Paiks Kunst dürften die Jahre von 1958 bis 1963 gewesen sein, in denen er mit Karlheinz Stockhausen im Kölner Studio für elektronische Musik des WDR zusammenarbeitete. Zu der Zeit war er bereits Mitglied der Kunstbewegung Fluxus. Der Schwerpunkt der Doku liegt indes weniger auf Paiks Aktionen in Deutschland, sondern auf denen in New York ab 1964 gemeinsam mit Charlotte Moorman. Wie relevant seine asiatisch-buddhistische Herkunft ist, darüber lässt sich streiten wie im Falle des chinesischen Konzeptkünstlers Ai Weiwei. In Theorie wie Praxis hat Paik jedenfalls auf der Höhe damaliger westlicher Konzept- und Installationskunst gearbeitet mit dem Schwerpunkt Musik, Klang, Fernsehen, Video in multimedial-experimenteller Performation. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er durch seine Multi-Monitor-Videoinstallationen in den Achtzigerjahren. Texte von Paik werden verlesen, Zeitzeugen erinnern sich, dazu eine Fülle an Archivmaterial, die in Verdichtung seine Kunst vergegenwärtigt. Was nicht überzeugt, ist der Versuch Paik als Vordenker der digitalen Revolution zu verstehen. Paik ist vielmehr der letzte Avantgardist der Analogtechnik, der letzte medienreflexive Surrealist des Diktums von Marshall McLuhan The Medium ist the Message. Denn die digitale Revolution in Form des Internets kennt kein spezifisches Medium mehr. Das Display von Smartphones bis Großbildschirmen ist bloße Anzeigefläche für alles, was sich digital Visualisieren lässt. Und lässt man als Medium des Internets das Netzwerk gelten, dann ist es ein unsichtbares Medium, ein invisibles. Was auch eine Message ist. (RD) |