DIE THEORIE VON ALLEM
Film-Nr.: 18082
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Genre: Drama
Genre: Thriller
Genre: Mystery
Genre: Toptitel
Genre: Mystery
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DIE THEORIE VON ALLEM

DIE THEORIE VON ALLEM (Originaltitel)

Deutschland, Österreich, Schweiz - 2023

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Timm Kröger
Darsteller: Jan Bülow, Hanns Zischler, Olivia Ross, Gottfried Breitfuss, David Bennent, Philippe Graber
Drehbuch: Timm Kröger, Roderick Warich

Sprache: Deutsch
Untertitel: Englisch
Laufzeit: 113 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 6 Jahre
Bildformat: 2.40:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Interviews

Virtuos! Vielleicht zu virtuos? DIE THEORIE VON ALLEM ist ein Film von allem, was Film ist. Seine Historie, seine Sprache (Andre Bazin, Gilles Deleuze z.B.), seine Genres (Georg Seeßlen z.B.), intertextuell, metareflexiv, dekonstruktivistisch, selbstreferentiell. Ein Film als Multiversum von Filmen. Zu Beginn eine Talkshow Mitte der Siebzigerjahre, authentisch reinszeniert bis in die Farbsättigung des vermeintlichen Fernsehbildes. Ein Gastautor stellt sein Buch vor, Titel »Die Theorie von Allem«. Es basiere, erklärt er, auf seiner Dissertation in Physik über das Multiversum sowie auf wahren Begebenheiten. Darüber wird sich in der Runde lustig gemacht. Zornig verlässt sie der Autor. Schwarzblende. Ein Alpenpanorama, Winterlandschaft in fortan kontrastscharfem Schwarzweiß. Der zukünftige Autor als Doktorand zwölf Jahre zuvor, der mit seinem Doktorvater zu einem Physikerkongress nach Graubünden reist. Dort, im exklusiven Hotel Esplanade, kommt es in der Folge zu seltsamen Geschehnissen, inklusive eines Mordes, der vielleicht aber auch nie geschehen ist. Nicht nur die Kontrastschärfe im Stil von LETZTES JAHR IN MARIENBAD (1961) zeigt, man befindet sich im Film noir des Nouveau Roman, jener französischen Literaturrichtung des virtuosen Verunklarens, der Opazität. Alain Robbe-Grillet, ihr prominenter Vertreter, schrieb das Drehbuch zu jenem Film von Alain Resnais. Regisseur Timm Kröger und sein Kameramann Roland Stuprich kennen das Kino des modernen und des klassischen Film noir. DER DRITTE MANN (1949), die Suspense Thriller von Alfred Hitchcock, das solitär auratische Meisterwerk, LA JETÉE – AM RANDE DES ROLLFELDS (1962), ein Kurzfilm in Standbildern. Dazu kommt der Soundtrack von Diego Ramos Rodríguez, eine Reminiszenz an Bernard Herrmann, der mehrfach mit Hitchcock zusammengearbeitet hat. Erinnert sei an VERTIGO (1958) und PSYCHO (1960). Die so erzeugte Atmosphäre ist eine des Suspekten, leicht Paranoiden im Kontext des Nachkriegseuropas. Und wollte man Krögers Film vom Anspruch her mit einem anderen sinnvoll vergleichen, dann müsste es EUROPA (1991) von Lars von Trier sein. Problem bei Kröger: Ein Film von allem, ist ein Film von allem zu wenig, im Einzelnen zu viel. Das Werk insgesamt mutet ästhetisch outriert an, ohne dass dies so intendiert gewesen sein dürfte. Viele Kritiker sehen dies anders, konträr. Hilft also nichts. Ausleihen. Selber urteilen. (RD)