SOUND OF FREEDOM
Film-Nr.: 18034
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Genre: Drama
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SOUND OF FREEDOM

SOUND OF FREEDOM (Originaltitel)

USA - 2023

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Alejandro Monteverde
Darsteller: Jim Caviezel, Mira Sorvino, Bill Camp, Cristal Aparicio, Javier Godino, Lucás Ávila
Drehbuch: Rod Barr, Alejandro Monteverde

Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 126 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 12 Jahre
Bildformat: 2.39:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Kinotrailer

Eine der Kontroversen des Kinojahres 2023. Ursprünglich für 20th Century Fox gedreht, nach der Übernahme durch Disney dort aus dem Programm gefallen und dann mit ein paar Jahren Verspätung von den christlich-konservativen Angel Studios veröffentlicht. Die brachten wiederum ihre Zielgruppe dazu, den Film nicht nur anzusehen, sondern in Crowdfunding-Manier Tickets zu kaufen und zu verschenken, was den Film zum Hit machte. Der streng religiöse Hauptdarsteller Jim Caviezel outete sich derweil als QAnon-Anhänger und brachte die Handlung des Films mit der Verschwörungserzählung in Verbindung, Regisseur Alejandro Monteverde distanzierte sich davon, die Kritik klopfte den Film dann genauer auf entsprechende Messages ab, während die Angel Studios und die christliche Rechte in den USA dahingehend zurückschlugen, dass jede Kritik an dem Film mit dem Gutheißen von Kindesmissbrauch und Menschenhandel gleichzusetzen sei. Erzählt SOUND OF FREEDOM doch die Geschichte des früheren Homeland-Security-Agenten Tim Ballard, der die Organisation Operation Underground Railroad zur Befreiung geraubter und versklavter Kinder gründete, um auch außerhalb der USA und mit weniger bürokratischen Regeln agieren zu können. Mittlerweile ist der Mann bei Operation Underground Railroad aufgrund von Vorwürfen der sexuellen Belästigung von Frauen rausgeflogen, was am Heldenimage Ballards kratzt.
Noch dazu steht die Organisation im Verdacht, ihre tatsächlich vorhandenen Erfolge aufgeblasen zu haben. SOUND OF FREEDOM setzt noch einmal einen drauf, indem er einen zentralen Handlungsstrang (Ballards Suche nach einem verschwundenen Bruder-Schwester-Duo) und das letzte Drittel einfach mal frei erfindet. Doch wie ist der Film abseits all der Kontroversen? Relativ mau und langweilig. Er ist keine QAnon-Werbung, verkauft Ballard aber mit Choralsmusik und Heiligenschein-Ausleuchtung als von Gott gesandten Heilsbringer, bar jeder Subtilität. Ballard und seine Verbündeten sind gutaussehend, gepflegt und durchtrainiert, die Pädokriminellen sind gicksternde Freaks mit Bleistiftbart, verschwitzte Fettsäcke oder dürre Creeps mit Rundbrille und schlecht sitzendem Pottschnitt. In jedem Lager gibt es genau eine Ausnahme von dem Schema, die aber auch verdeckt agieren muss: Eine frühere Schönheitskönigin lockt Kinder in die Sklaverei, Ballard hingegen wird von einem ehemaligen Kartell-Honcho unterstützt, der nun Buße tun will, indem er missbrauchte Kinder rettet. Als Pseudo-Biopic verzichtet SOUND OF FREEDOM dann auf Unterhaltung in Form von Schauwerten und hämmert dem Publikum lieber dauernd ein, was für ein guter und prinzipientreuer Mensch Ballard doch ist. So bleibt abseits aller Kontroversen ein Film, der sich zwar eines brisanten Themas annimmt, es aber filmisch und erzählerisch vollkommen in den Sand setzt. (Nils Bothmann)