CAPONE
Film-Nr.: 17239
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Genre: Drama
Genre: Biopic (Portraits)
Genre: Gangsterfilme
Genre: Toptitel
Genre: Crime
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CAPONE

CAPONE (Originaltitel)

USA, Kanada - 2020

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Josh Trank
Darsteller: Tom Hardy, Linda Cardellini, Matt Dillon, Al Sapienza, Kathrine Narducci, Noel Fisher
Drehbuch: Josh Trank

Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 100 min.
Altersfreigabe FSK: ab 16 Jahre
Bildformat: anamorph, 2.40:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1

Ein Film wie ein schwerer Verkehrsunfall: Eigentlich eine schlimme Katastrophe für alle Beteiligten, aber genau deshalb kann man kaum weggucken. Josh Tranks erste Regiearbeit nach dem FANTASTIC FOUR-Debakel von 2015 will das letzte Lebensjahr von Al Capone (Tom Hardy) nachzeichnen. Der wird schwer gezeichnet aus dem Knast entlassen, in dem er seine Strafe für Steuerhinterziehung absaß. Unter anderem ist er an Neurosyphilis erkrankt, die ihn in einem konstanten Zustand geistiger Verwirrung zurücklässt, den Trank dem Zuschauer vermitteln will: Oft sieht Capone Dinge und Figuren, die gar nicht da sind, baut Erinnerungsfragmente in seine Wahrnehmung ein usw. usf.
Dummerweise hat das ganze Spiel mit Schein und Sein keine Pointe, keinen tieferen Wert, keine Erkenntnisse. CAPONE erzeugt allenfalls den Wunsch nach einer Biographie des Gangsterbosses zu greifen und zu schauen, welche Parts in dem Film wohl nur seiner oder Tranks Phantasie entsprungen sind. Dazu hängt sich der Hauptdarsteller voll rein, wirkt aber gerade deshalb nicht wie Tom Hardy in der Rolle von Al Capone, sondern eben nur wie Tom Hardy, der sich unheimlich bemüht Al Capone zu spielen. Exploitationhaft wird auf vollgepinkelte Hosen, eingeschissene Ehebetten und weggeballerte Gesichter gehalten, manches davon ist intradiegetisch real, manches imaginiert - was am Ende was ist, ist dem Zuschauer irgendwann egal. Schauspieler wie Matt Dillon und Kyle MacLachlan tauchen für wenige Szenen auf, verschwinden aber genauso schnell wieder. Ein konfuser Rausch an Eindrücken, leider ohne jede Nachhaltigkeit. Aber als Dokument eines Scheiterns auf quasi allen Ebenen fast schon wieder sehenswert. (Nils Bothmann)