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Film-Nr.: 18267
Genre: TV-Formate (Serien, Stand Up ...)
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U3000U3000 (Originaltitel)Deutschland - 2000 DVD - Code 0 - PAL Regie: Christoph SchlingensiefDarsteller: Christoph Schlingensief, Christian Anders, Margot Hellwig, Maria Hellwig, Roberto Blanco, Peter Kern Drehbuch: Christoph Schlingensief Sprache: Deutsch Untertitel: Englisch Laufzeit: 305 Min. Altersfreigabe FSK: ab 16 Jahre Bildformat: 1.33:1 Tonformat: Dolby Digital 2.0 Features: Interview; Alexander Kluge im Gespräch mit Christoph Schlingensief Eine U-Bahn in Berlin, in der acht Mal Disruption tobt. Die Titel der Folgen: Tausend Theorien – Diedrich Diederichsen, Joseph Beuys und Indien, Rudi Dutschke, Krieg, Chaos im Kopf, Terrorismus, Afrika, Das Ende der Revolution. Zu Gast, mehr oder weniger prominent je nach Kultursparte, unter anderem: Maria und Margot Hellwig, Christian Anders, Rolf Zacher, Jacob Sisters, Christoph Naidoo, Söhne Mannheims, Benjamin von Stuckrad-Barre, Roberto Blanco, Harald Glööckler, Bärbel Schäfer, Cindy & Bert, Peter Kern, Fünf Sterne Deluxe. Das Format: eine semi-improvisierte Travestie der damaligen Game- und Talkshows, eine brachial karnevaleske Verwirbelung von Facts und Fake zu Fun, eine postmodern-dekonstruktivistische Performance und Freak-Show mit Christoph Schlingensief als Anarcho-Animateur und Systemsprenger. Jene Konsensironie, wie sie Harald Schmidt gepflegt hat und pflegt, wischte das Multitalent beiseite, um subversiv die totale Subversion zu inszenieren, ein Dialektiker des zitierten Zitats zwecks Generierung neuer Konnotationen. Gefilmt wird mit Handkamera, immer ganz nahe dran am Moderator, an seinen Gästen. Einige sind sichtlich irritiert, die meisten machen mit oder staunen einfach nur. So, wenn Schlingensief im Stil des Wiener Aktionskünstler Hermann Nitsch eine Plüschkatze kreuzigt, aufschlitzt und mit Kunstblut übergießt. Meta-Theater, Meta-Film, Meta-Show, Meta-Diskurse – Schlingensief war ein Solitär im deutschen Kulturbetrieb, den er aufmischte, vorführte, zerlegte, ein Mensch von leidenschaftlicher Intellektualität bei charismatischem Charme. Die DVD bietet als Bonus ein Gespräch mit ihm und Alexander Kluge, dem Gründer des Kulturkanals dctp (Development Company for Television Program). Zum Abschluss sei an zwei Filme von ihm erinnert, nein, sie seien mit Nachdruck empfohlen, seien ans cineastische Herz gelegt: 100 JAHRE ADOLF HITLER – DIE LETZTE STUNDE IM FÜHRERBUNKER (1989) und DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER (1990), sein Beitrag zum Mauerfall. Beide Filme sind ebenso im Bestand der Traumathek wie die Doku von Bettina Böhler SCHLINGENSIEF – IN DAS SCHWEIGEN HINEINSCHREIEN (2020). U3000 zeigt, wie sehr der 2010 verstorbene Christoph Schlingensief fehlt. Dieses Jahr, 2025, wäre er 65 Jahre alt geworden. (RD) |