SIRÂT
Film-Nr.: 18413
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Genre: Drama
Genre: Action
Genre: Thriller
Genre: Musikfilme
Genre: Mystery
Genre: Toptitel
Genre: Musik
Genre: Abenteuerfilme
Genre: Mystery
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SIRÂT

SIRÂT (Originaltitel)

Frankreich, Spanien - 2025

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Oliver Laxe
Darsteller: Sergi López, Bruno Núñez Arjona, Stefania Gadda, Joshua Liam Herderson, Tonin Janvier, Richard Bellamy
Drehbuch: Oliver Laxe, Santiago Fillol

Sprache: Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 110 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 16 Jahre
Bildformat: 1.85:1
Tonformat: Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Features: Interviews

Kameramann Mauro Herce hat in 16-mm-Film mit Speziallinsen für Außenaufnahmen in gleißendem Sonnenlicht gedreht. Marokko. Vor einer Felswand wird eine Mauer aus dunklen Kuben aufgebaut, Soundboxen für eine Rave-Party in der Wüste. Routiniert verrichten die Techniker ihre Arbeit. Erste Besucher treffen ein. Der DJ legt auf. Männer und Frauen tanzen, tanzen sich in Trance. Bis dahin Doku-Stil. Dann stößt Luis dazu, begleitet von seinem zwölfjährigen Sohn Esteban. Beide haben eine längere Autofahrt hinter sich auf der Suche nach Mar, der weggelaufenen älteren Tochter und Schwester, die Luis auf einem der illegalen Raves vermutet. Erfolglos verteilen sie Flugblätter mit einem Foto der Vermissten. Nachdem am nächsten Tag marokkanisches Militär die Veranstaltung auflöst, schließen sich Luis und sein Sohn einer Gruppe von Besuchern an, die fluchtartig aufbrechen, um am Militär vorbei zum nächsten Rave zu fahren. Ihr Weg führt über das Atlasgebirge in den Süden Marokkos. Ein Road-Movie der Assoziationsbögen zu anderen Road-Movies, die in unwegsamer Landschaft oder in sengender Hitze Sonne spielen. Die Gruppe der Raver ist kontrastiv individualisiert, ungeachtet sie alle Aussteiger aus der westlichen Zivilisation sind. Besetzt wurden sie mit Laiendarstellern. Die Fahrt des kleinen Konvois wird zur existenzialistischen Parabel. Die Wüste ist seit der Antike ein Ort spiritueller Erfahrung, positiver wie negativer, ein Ort der Grenze und Entgrenzung zugleich. Das reicht von jenen vierzig Tagen, die Jesu in der Wüste verbracht hat, bis zu DIE TARTARENWÜSTE (1976) von Valerio Zurlini, der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Dino Buzatti. Wer lange in einen Abgrund blickt, heißt es, Zitat Friedrich Nietzsche, in den blickt auch der Abgrund hinein. Das gilt ebenso für die Wüste, die nichts anderes ist als ein Abgrund in die Weite. Wie Regisseur Oliver Laxe dies inszeniert hat, verdient cineastisch höchsten Respekt. (RD)