DIE TÖDLICHE MARIA
Film-Nr.: 18389
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Genre: Drama
Genre: Thriller
Genre: Mystery
Genre: Psycho
Genre: Mystery
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DIE TÖDLICHE MARIA

DIE TÖDLICHE MARIA (Originaltitel)

Deutschland - 1993

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Tom Tykwer
Darsteller: Nina Petri, Josef Bierbichler, Joachim Król, Peter Franke, Katja Studt, RP Kahl
Drehbuch: Tom Tykwer, Christiane Voss

Sprache: Deutsch
Untertitel: Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Laufzeit: 103 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 16 Jahre
Bildformat: 1.78:1
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Features: Audiokommentar; Making-Of; Storyboards

Spielfilmdebüt, Kammerspiel, produziert für die Reihe im ZDF »Das kleine Fernsehspiel«. Kameramann Frank Griebe war auch bei Tom Tykwers nächsten beiden Filmen mit dabei: WINTERSCHLÄFER (1997) und LOLA RENNT (1998), dem Durchbruch des Duos, dem Erfolgsfilm bei Publikum und Kritikern, überboten nur von Tykwers/Griebes DAS PARFUM (2006). Für den Autor dieser Review ist DIE TÖDLICHE MARIA das gelungenste, das eindringlichste Werk des Regisseurs und seines Kameramanns, zumal bei beeindruckender Besetzung. Nina Petri und Joachim Król waren damals im Unterschied zu Josef Bierbichler und Peter Franke dem Kino- und Fernsehpublikum noch kaum bekannt. Alle vier kommen vom Theater, für Petri war es die erste Hauptrolle in einem Film. Die vierzigjährige Maria lebt als Ehe- und Hausfrau im Regelwerk eines denkbar lieblosen und ereignisarmen Alltags. Heinz, ihr Mann, ist so kleinlich wie kalt. Im Dachgeschoss wohnt zudem Marias Vater, liegt gelähmt im Bett, von wo aus er sie tyrannisiert. Wohnung und Interieur sind in Farbgebung und Details, in Ausleuchtung und Kameraperspektive intensive Assoziationsräume, sind Verdinglichung und Verbildlichung von Marias Eingeengtheit. Ihr einziger Vertrauter ist lange Zeit eine afrikanische Holzfigur, ein phallischer Fetisch. Ihm teilt sie ihre Sorgen und Nöte mit, schreibt ihm Briefe, die sie hinter einer Vitrine ins Dunkle wirft. Dann lernt sie Dieter kennen, einen Nachbarn, gespielt von Król, schüchtern, schrullig, liebenswert. Die Handlung ist in Schauspiel, Kameraführung und Tonspur von Anfang bis Ende hochkonzentriert, bis zum Bersten gespannt, ein Bersten, dass zum Schluss auch passiert. Wollte man diesen Film mit einem anderen vergleichen, gibt es im Grunde nur einen: EKEL (1965) von Roman Polanski. Beide thematisieren die Dingwelt in psychologisierend weiblicher Wahrnehmungszuschreibung, thematisieren Enge und Verengung, Ekel, das Abstoßende und seine gleichzeitige Sogwirkung. (RD)