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Film-Nr.: 18384
Genre: Drama
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Genre: Animation / Zeichen- u. Puppentrick Genre: Toptitel Genre: Familie Genre: Top 10 der Traumathek 2025 |
MEMOIREN EINER SCHNECKEMEMOIRS OF A SNAIL (Originaltitel)Australien - 2024 DVD - Code 2 - PAL Regie: Adam ElliotDarsteller: Sarah Snook, Kodi Smit-McPhee, Eric Bana, Magda Szubanski, Dominique Pinon, Jacki Weaver Drehbuch: Adam Elliot Sprache: Englisch, Deutsch Untertitel: Deutsch Laufzeit: 91 Min. Altersfreigabe FSK: ab 12 Jahre Bildformat: 1.85:1 Tonformat: Dolby Digital 5.1 Features: Making-Of; Hinter den Kulissen; Kinotrailer Adam Elliot lässt sich Zeit. Nein! Falsche Eröffnung. Es gibt Werke in der Kunst, Kunstwerke, die brauchen Zeit, ihre Zeit. Bis zur Fertigstellung seines ersten Langfilms, ebenfalls Stop-Motion-Animation, vergingen fast fünf Jahre. MARY & MAX kam 2009 in die Kinos. Der Film über die Brieffreundschaft zwischen der zu Beginn achtjährigen Mary, die als Tochter einer so prekären wie skurrilen Familie in Melbourne lebt, mit einem übergewichtigen Vierzigjährigen mit Asperger-Syndrom in New York, hat Publikum und Kritiker gleichermaßen beeindruckt, berührt, begeistert. Nun also, fünfzehn Jahre danach, MEMOIREN EINER SCHNECKE, der stilistisch wie thematisch an seinen Vorgänger anschließt, ein Nachfolger, der den Figurenkosmos erweitert. Australien in den Siebzigerjahren. Die Zwillingskinder Grace und Percy leben bei ihrem verwitweten Vater, der querschnittsgelähmt ist, dazu Alkoholiker. Nach dessen jähem Tod werden sie voneinander getrennt. Beide wachsen in weit voneinander entfernt wohnenden Pflegefamilien auf. Grace bei einem kinderlosen Ehepaar, Percy in einer Familie religiöser Fanatiker. Der Briefwechsel zwischen den Geschwistern bleibt auf lange Zeit der einzige Kontakt. Erzählperspektivisch liegt der Schwerpunkt auf Grace, die früh eine Vorliebe für Schnecken entwickelt, für Schneckenhäuser, eine von der Figur reflektierte Symbolik für ihre zurückgezogene und rasch sich zurückziehende Persönlichkeit. Der Film selbst gleicht einem spiralförmig wachsenden Schneckenhaus aus Schicksalsschlägen, Fatalismus, Alltagstragödien, grotesk, skurril, absurd, Tragikomödien, lakonisch erzählt. Ohne Digitaltechnik! Stattdessen, so eine fachliche Angabe, mit über 7.000 handgefertigten Requisiten und rund 135.000 Einzelbildern. Tricktechnisch wie in seinem Ideenreichtum stehen Elliots beide Langfilme den Animationsfilmen von Jan Svankmajer sowie denen der Brothers Quay in nichts nach, oder bei anderer, bei komödiantischer Ausrichtung denen von Nick Park mit WALLACE & GROMIT, nicht zu vergessen NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS (1993) von Tim Burton. Und als Geheimtipp: BLOOD TEA AND RED STRING (2006) von Christiane Cegavske, Produktionszeit 13 Jahre. Es gibt eben Werke in der Kunst, Kunstwerke, die brauchen Zeit, ihre Zeit. (RD) |