DIE VERLOBUNG DES MONSIEUR HIRE
Film-Nr.: 18347
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Genre: Drama
Genre: Thriller
Genre: Romanze
Genre: Neuheiten (ohne Toptitel)
Genre: Crime
Genre: Literatur
Genre: Crime
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DIE VERLOBUNG DES MONSIEUR HIRE

MONSIEUR HIRE (Originaltitel)

Frankreich - 1989

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Patrice Leconte
Darsteller: Michel Blanc, Sandrine Bonnaire, Luc Thuillier, André Wilms, Eric Bérenger, Marielle Berthon
Drehbuch: Patrice Leconte, Patrick Dewolf, Georges Simenon

Sprache: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 76 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 12 Jahre
Bildformat: 2.35:1
Tonformat: Mono

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Georges Simenon. Das leitmotivische Stück des Films, das Monsieur Hire auch auf Schallplatte abspielt, ist das Mittelstück des vierten Satzes des Klavierquartetts Nr. 1 in g-Moll, op. 25, das Rondo alla Zingarese, von Johannes Brahms. Das Rondo, ein als Refrain wiederkehrender Musikteil im Wechsel mit neuen Strophen, eignet sich besonders, um eine Passion, eine Obsession zu verklanglichen. Die Filmmusik selbst stammt von Michael Nyman, bekannt vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Peter Greenaway. Monsieur Hire, Schneider, alleinlebend, zurückgezogen, beobachtet seine Nachbarin in der gegenüberliegenden Wohnung, eine junge Frau, in die er sich zu verlieben beginnt. Das Haus gegenüber, seine Bewohner, die stets nur ausschnitthaft einsehbaren Zimmer, ist spätestens seit Hitchcocks DAS FENSTER ZUM HOF (1954) filmischer Topos für Voyeurismus und Projektion. Michel Blanc in der Hauptrolle verkörpert feinfühlig Hires Erhörungswunsch und Bereitschaft zur Hingabe bei äußerlich unscheinbarer Gestalt. Sein Monsieur Hire lässt an Dieter denken, gespielt von Joachim Król, dem nachnamenlosen Nachbarn von Maria in Tom Tykwers Spielfilmdebüt DIE TÖDLICHE MARIA (1993). Irgendwann entdeckt die junge Frau ihren Beobachter und fädelt eine Begegnung mit ihm ein, um ihn für ihre Zwecke auszunutzen. Darauf, dass PANIK (1946) von Julien Duvivier ebenfalls auf Simenons Roman basiert, käme man kaum, da Patrice Lecontes Verfilmung vom Schauplatz her und seinen Figuren im Vergleich so ganz anders ist. Zwei Filme, zwei unterschiedliche soziale Bildwelten und Rollenbilder um die Grundidee einer tragisch verlaufenden Wunschprojektion. Alle genannten Filme sind im Bestand der Traumathek enthalten. (RD)