THE WHALE
Film-Nr.: 17885
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Genre: Drama
Genre: Sozialdrama
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THE WHALE

THE WHALE (Originaltitel)

USA - 2022

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Darren Aronofsky
Darsteller: Brendan Fraser, Sadie Sink, Hong Chau, Ty Simkins, Samantha Morton, Sathya Sridharan
Drehbuch: Samuel D. Hunter

Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 112 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 12 Jahre
Bildformat: 1.33:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Interviews; Making-Of; Featurette; Trailer

Charlie (Brendan Fraser) ist schwer übergewichtig. Seine Wohnung verlässt der Englischdozent nicht mehr, unterrichtet seine Studis nur mit ausgeschalteter Webcam und hat kaum persönlichen Kontakt außer zu seiner besten Freundin und Krankenschwester Liz (Hong Chau). Dass es mit Charlie vorbeigeht, daran lässt THE WHALE von Anfang an kaum Zweifel. Im Kontakt zu Liz, seiner entfremdeten Tochter Ellie (Sadie Sink) und dem Missionar Thomas (Ty Simpkins) setzt sich nach und nach das Bild eines Mannes zusammen, der sich spät seine Homosexualität eingestand, Frau und Kind für einen Mann verließ und sich nach dem Tod des Partners immer mehr in Richtung Grab futtert. Darren Aronofsky und die düstere Musik von Rob Simonsen ziehen das Publikum in diesen Film, in dem es eigentlich nur verletzte Seelen gibt, Hoffnung nur in kleinen Gesten.
Dass THE WHALE auf einem Theaterstück von Samuel D. Hunter basiert, merkt man ihm anhand der räumlichen und personellen Limitierung, aber auch des manchmal etwas theaterhaften Spielstils der Besetzung an. Doch Aronofsky hält mit filmischer Inszenierung dagegen, darunter der hypnotische Score, die ausgefeilte Kameraarbeit und Montagen von Charlies Alltag oder einer Fressattacke. Brendan Fraser, zu Recht mit dem Oscar belohnt, spielt den schwer adipösen Intellektuellen im Fatsuit mit enorm viel Einfühlungsvermögen, auf eine Art, die Charlie weder dämonisiert noch idealisiert. Ähnlich brillant ist Hong Chau, mit deren Figur das Publikum mitfühlen kann, wenn sie eigentlich möchte, dass Charlie aus seiner Abwärtsspirale ausbricht, aber gleichzeitig weiß, dass er es nicht kann - oder will. Als Portrait eines sympathischen Verlierers im Extremzustand erinnert THE WHALE an Aronofskys grandiosen THE WRESTLER, als Antithese zu Gute-Laune-Kino an dessen REQUIEM FOR A DREAM. Und kann neben diesen Werken ziemlich gut bestehen. (Nils Bothmann)