THE IRISHMAN
Film-Nr.: 17141
auf Facebook teilen
Genre: Drama
Genre: Historie / Kostüm
Genre: Gangsterfilme
Genre: Epen
Genre: Toptitel
Genre: Crime
Genre: Top 10 der Traumathekler 2020
zurück

THE IRISHMAN

THE IRISHMAN (Originaltitel)

I HEARD YOU PAINT HOUSES (Alternativtitel)

USA - 2019

DVD - Code 0 - PAL

Regie: Martin Scorsese
Darsteller: Robert De Niro, Al Pacino, Joe Pesci, Anna Paquin, Harvey Keitel, Ray Romano
Drehbuch: Steven Zaillian, Charles Brandt

Sprache: Englisch
Untertitel: Englisch für Hörgeschädigte
Laufzeit: 209 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 16 Jahre
Bildformat: 1.85:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Gesprächsrunde mit Martin Scorsese, Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci; Making-Of; Video-Essay; 2 Featurettes; Interviews; Trailer

THE IRISHMAN war seit vielen Jahren eines der großen Wunschprojekte von Martin Scorsese, ein Crime-Epos, dass ihn jetzt nicht nur erstmals seit 1995 wieder mit seinem alten Stammschauspieler Robert De Niro zusammenbringt, sondern sich generell als ein wahres "Who is Who" des modernen Gangsterfilms entpuppt. Es ist die Geschichte von Frank Sheeran (De Niro), einem Auftragskiller der Mafia, der am Ende seines Lebens vorgab, für das nie geklärte Verschwinden des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Al Pacino) verantwortlich gewesen zu sein und der als rechte Hand von Mafiaboss Russell Bufalino (ebenso zurückgenommen wie brillant: Joe Pesci) die Verstrickungen des Mobs mit der US-Politik der Nachkriegszeit hautnah miterlebte. Ein Lebensbericht aus den Reihen des organisierten Verbrechens also, wie ihn auch GOODFELLAS und CASINO einst so meisterlich schilderten. Und doch ist diesmal vieles anders, denn Sheerans Geschichte geht all der exzessive Glamour ab, der das Leben der Scorsese-Antihelden Henry Hill und Ace Rothstein auf ihrem Höhepunkt auszeichnete. De Niro gibt Sheeran stattdessen als treuen Gefolgsmann, der sein mörderisches Handwerk aus simpler Pflichterfüllung ausübt, ohne dass ihm je ein nennenswerter Aufstieg in den Reihen der Mafia vergönnt wäre - ein kleines Schräubchen in einem riesigen Machtapparat. Der sardonische Humor von Scorseses früheren Gangstersagas ist immer noch vorhanden (Al Pacinos Treffen mit Stephen Grahams Tony Pro ist in dieser Hinsicht ein Highlight), doch entpuppt sich THE IRISHMAN gerade im letzten Drittel als die bittere Chronik eines verpfuschten Lebens, wenn sich Sheeran klar werden muss, dass seine bedingungslose Loyalität am Ende nichts gezählt hat. Nicht nur in dieser Hinsicht dürfte der Film Scorseses endgültigen Beitrag zum Gangsterfilm darstellen. Beeindruckender kann eine ein Kinoära kaum zu Ende gehen. (Florian Prasser)