LEID UND HERRLICHKEIT
Film-Nr.: 16738
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Genre: Drama
Genre: World Cinema
Genre: Toptitel
Genre: Top 10 der Traumathekler 2019
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LEID UND HERRLICHKEIT

DOLOR Y GLORIA (Originaltitel)

PAIN AND GLORY (Alternativtitel)

Frankreich, Spanien - 2019

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Pedro Almodóvar
Darsteller: Antonio Banderas, Asier Etxeandia, Leonardo Sbaraglia, Nora Navas, Julieta Serrano, Penélope Cruz
Drehbuch: Pedro Almodóvar

Sprache: Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 109 Min.
Bildformat: 1.85:1, anamorph
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Hinter den Kulissen; Interview; Trailer

Das Spiel mit autobiographischen Bezügen ist schon seit langem ein wichtiger Bestandteil im Werk von Pedro Almodóvar und LEID UND HERRLICHKEIT stellt in dieser Hinsicht wohl den Höhepunkt dar: Der alternde Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) steckt mitten in einer Lebenskrise. Geplagt von Depression und schweren Rückleiden sieht er sich außer Stande zu arbeiten und flüchtet sich immer mehr in die Erinnerungen seiner Kindheit, ein Dämmerzustand, der noch dadurch verschlimmert wird, dass ihn ein alter Weggefährte (Asier Etxeandia) mit Heroin in Berührung bringt. Der einzige Weg aus diesem Teufelskreis aus Betäubung und Selbstmitleid besteht für ihn darin, sich den schmerzhaften Aspekten seiner Vergangenheit zustellen – und sie möglicherweise einmal mehr in Kunst zu verwandeln.
Ein Starregisseur in der Schaffenskrise, der sein Leben Revue passieren lässt: das war schon der Stoff aus dem Fellini seinerzeit seinen ACHTEINHALB schneiderte. Natürlich wurde Almodóvars Film fleißig mit dem Meisterwerk des Italieners verglichen, doch im Gegensatz zu Fellinis surrealem Reigen zeigt sich LEID UND HERRLICHKEIT deutlich konzentrierter und melancholischer. Eines ist jedoch nicht von der Hand zu weisen: In Antonio Banderas hat Almodóvar seinen eigenen Marcello Mastroianni gefunden, ein kongeniales Alter Ego des Regisseurs. Wie Banderas das Dilemma eines Mannes darstellt, der immer noch von Lebenswillen und immenser Kreativität erfüllt ist, während er von geistigen und körperlichen Schmerzen besiegt zu werden droht, gehört zu den absoluten Höhepunkten seiner Karriere. In Cannes gab es dafür den höchst verdienten Darstellerpreis. In jedem Fall eines der Highlights des Kinojahres 2019. (Florian Prasser)