WIE EIN WEISSER VOGEL IM SCHNEESTURM
Film-Nr.: 15089
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Genre: Drama
Genre: Coming of Age Filme
Genre: Familie
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WIE EIN WEISSER VOGEL IM SCHNEESTURM

WHITE BIRD IN A BLIZZARD (Originaltitel)

USA - 2014

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Gregg Araki
Darsteller: Shailene Woodley, Eva Green, Christopher Meloni, Shiloh Fernandez, Gabourey Sidibe, Angela Bassett
Drehbuch: Gregg Araki, Laura Kasischke

Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Laufzeit: 87 Min.
Bildformat: 2.35:1, anamorph
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Audiokommentar von Gregg Araki und Shailene Woodley, Enfallene Szenen, Interviews, Making of, Trailer

Hatten die Filme Gregg Arakis bislang meist durch ihre Wildheit und Exzessivität von sich reden gemacht, mit der er dem hormongesteuerten Gefühlschaos seiner jugendlichen Protagonisten beizukommen suchte, zeigt sich der Regisseur mit WHITE BIRD? inszenatorisch von einer überraschend anderen Seite: zwar steht immer noch ein Teenager an der Schwelle zum Erwachsenwerden im Mittelpunkt - nach THE SPECTACULAR NOW und THE FAULT IN OUR STARS nimmt Shailene Woodley als Kat Connors den Zuschauer ein weiteresmal für sich ein -, immer noch spielen Rumfummeln und Sex eine wichtige Rolle, aber der Tonfall dieses seine Handlung in die späten Achtziger/frühen Neunziger verlegenden Genrehybrids aus dahingetupfter Coming-of-Age-Skizze, schwerblütigem Familiendrama und etwas unschlüssigem Thriller ist ein ganz anderer. Die in Rückblenden erzählte Suche nach der in ihrer Ehe verkümmerten Mutter, die seit Kats siebzehntem Lebensjahr spurlos verschwunden ist, lebt von der verträumt-schwebenden 80er-Atmosphäre, die der toll zusammengestellte Soundtrack um das Ganze webt, aber auch von der leicht beklemmenden 50er-Idylle, in die Kats Vater sein Haus verwandelt hat - in ihrer Sterilität und ihrem Hochglanz manchmal wunderschön anzuschauen und unmittelbar Assoziationen an Todd Haynes, David Lynch, MAD MEN weckend? Wenngleich als Thriller nicht wirklich spannend, betört Arakis Film durch eine sehr besondere Stimmung, die in ihrer Geschlossenheit von ferne an Meisterwerke wie DONNIE DARKO oder WHERE THE TRUTH LIES erinnert. Besondere Erwähnung in dieser beiläufigen STEPFORD WIVES-Variante verdient die geradezu erschreckend großartige Eva Green als Kats Mutter: so trostlos in sich zusammengesunken und verhärmt sie wirkt, ahnt man doch jederzeit die Überlebensgröße einer in Zaum gehaltenen Furie?(Stefan Nottelmann)