GLAUBENSFRAGE
Film-Nr.: 11909
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Genre: Drama
Genre: Philip Seymour Hoffman
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GLAUBENSFRAGE

DOUBT (Originaltitel)

USA - 2008

DVD - Code 2 - PAL

Regie: John Patrick Shanley
Darsteller: Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Viola Davis, Alice Drummond, Audrie J. Neenan, Susan Blommaert, Carrie Preston
Drehbuch: John Patrick Shanley

Sprache: Englisch, Deutsch, Italienisch, Türkisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch, Englisch für Hörgeschädigte, Kroatisch, Slowenisch, Serbisch
Laufzeit: 103 Min.
Bildformat: 1.85:1, anamorph
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Audiokommentar von Autor / Regisseur Shanley, dieverse Featurettes

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand der Mißbrauchsfälle in der katholischen Kirche erzählerisch annahm, doch es ist ein Glücksfall, dass es mit John Patrick Shanley einer der besten Dramatiker und Drehbuchautoren war, der dies als erster getan hat. Shanley, dessen frühe Theaterstücke u.a. John Turturro als erste Talentbühne dienten, beeindruckte dann mit den Drehbüchern zu FIVE CORNERS und MOONSTRUCK, ehe er mit seinem Regiedebüt JOE VERSUS THE VOLCANO erstmals Schiffbruch erlitt und mit CONGO (?The myth of the killer ape is true!?) sogar ernsthaft an seiner Reputation sägte. So griff er den wohlverdienten Oscar (für MOONSTRUCK), kehrte dem Kino den Rücken, arbeitete wieder als Dramatiker und leckte seine Wunden. Dank des riesigen Broadway-Erfolges von DOUBT (vier Tony-Awards) konnte er jetzt allerdings erneut im Regiestuhl Platz nehmen, und diesmal ging alles glatt. Anhand eines Verdachts auf Missbrauch, der vielleicht aber auch nur als kirchenpolitische Brechstange benutzt wird, thematisiert Shanley unser aller Voreingenommenheit, spielt wunderbar mit dem Erzählmotiv Verdacht und sorgt damit für reichlich Diskussionsstoff beim Zuschauer, mit dessen Überzeugungen im Verlauf des Films einige Male ordentlich Schlitten gefahren wird. Getragen von zwei Darsteller-Schwergewichten - Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman - und flankiert von Amy Adams und einer sensationell guten Viola Davis gerät jede von Shanleys langen Dialogszenen zum kleinen Fest der Schauspielkunst und zum Anschauungsunterricht in Sachen Szenendynamik (gerade die erste Anschuldigung und die Unterhaltung unterwegs). Und auch filmisch ist es Shanley gelungen, das Stück elegant von der Bühne ins echte Leben zu überführen, woran die spitzenmäßige Musik von Howard Shore keinen kleinen Anteil hat.