DIE 120 TAGE VON BOTTROP
Film-Nr.: 18438
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Genre: Komödie
Genre: Satire
Genre: Underground
Genre: Neuheiten (ohne Toptitel)
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DIE 120 TAGE VON BOTTROP

DIE 120 TAGE VON BOTTROP (Originaltitel)

DIE 120 TAGE VON BOTTROP - DER LETZTE NEUE DEUTSCHE FILM (Alternativtitel)

Deutschland - 1997

DVD - Code 0 - PAL

Regie: Christoph Schlingensief
Darsteller: Margit Carstensen, Irm Hermann, Udo Kier, Helmut Berger, Volker Spengler, Martin Wuttke
Drehbuch: Christoph Schlingensief, Oskar Roehler

Sprache: Deutsch
Untertitel: Englisch, Spanisch, Polnisch
Laufzeit: 60 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 12 Jahre
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Features: Making-Of (70 Min.); Outtakes; Interviews; Bewerbungsvideo für die Filmförderung; Trailer

Wirbelsturmkamera und metamediales Feuerwerk der Auseinandersetzung mit deutschem Film und deutscher Geschichte vom singulären Multitalent Christoph Schlingensief. DER LETZTE NEUE DEUTSCHE FILM ist eine Hommage an Rainer Werner Fassbinder. Mitglieder seines damaligen Ensembles treffen sich in Berlin, um im Stil Fassbinders ein Remake von Pasolinis DIE 120 TAGE VON SODOM (1975) zu drehen. Der Film soll der letzte Film jenes Kinos werden, das unter der Bezeichnung der Neue deutsche Film firmiert, das Autorenkino der Sechziger- und Siebzigerjahre. Vorgesehener Drehort ist der Potsdamer Platz, damals Deutschlands größte Baustelle, zugleich Symbol für den politischen Umbruch nach der Wiedervereinigung. Schlingensief durfte tatsächlich dort drehen. Das vermeintliche Filmprojekt ist als Farce inszeniert, als Parodie, Persiflage auf die Kulturbranche, ist professionell chaotische Performance, gesprenkelt mit archivischem Film- und Tonmaterial. Dass Schlingensief nicht bloß die Idee gehabt hat, Leni Riefenstahl Regie führen zu lassen, sondern die damals Fünfundneunzigjährige tatsächlich angeschrieben hat, ist mehr als Anekdote. Es zeugt von seiner lebenslangen Reflexion über deutsche Geschichte vom Kaiserreich bis zum wiedervereinigten Deutschland. Schlingensief war zwar vor und hinter der Kamera seiner Projekte Enfant terrible, hat sich jedoch an Deutschland und seiner NS-Vergangenheit mit einer Ernsthaftigkeit und Tiefgründigkeit abgearbeitet wie nur wenige andere deutsche Regisseure. Wie vielleicht nur Hans-Jürgen Syberberg, knapp eine Generation älter. Beide verbindet ihre Faszination für das Werk von Richard Wagner und eine Präferenz für Theatralik. Beide haben nicht Filme gedreht, sondern ein filmisch kohärentes Gesamtwerk geschaffen, thematisch wie stilistisch. (RD)