|
Film-Nr.: 18365
Genre: Komödie
zurück
Genre: Toptitel Genre: Top 10 der Traumathek 2025 |
HUNDREDS OF BEAVERSHUNDREDS OF BEAVERS (Originaltitel)USA - 2022 DVD - Code 2 - PAL Regie: Mike CheslikDarsteller: Ryland Brickson Cole Tews, Olivia Graves, Doug Mancheski, Wes Tank, Luis Rico, Brendan Steere Drehbuch: Mike Cheslik, Ryland Brickson Cole Tews Sprache: Silent Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte Laufzeit: 104 Min. Altersfreigabe FSK: ab 12 Jahre Bildformat: 16:9 Tonformat: Dolby Digital 2.0 Im US-Trickfilm der Zwanzigerjahre wurden oft Realfiguren mit Tricklandschaften kombiniert, zum Beispiel in den Alice-Comedies (1923-27) von Walt Disney. Dieses Prinzip liegt HUNDREDS OF BEAVERS zugrunde, ein singulärer Independent-Slapstick, dessen Virtuosität in Gags, Timing, Tempo, Dramaturgie Staunen macht, während man aus dem Lachen kaum herauskommt. Der Film ist eine wundervolle Hommage an das Stummfilmkino in Schwarz-Weiß mit Musik und Zwischentiteln. Seine Handlung: Jean Kayak, gespielt von Ryland Tews, Ko-Autor des Drehbuchs, verliert seine Destillerie für Apfelbrand samt Bäumen und Wohnhaus durch nagefreudige Bieber. Alles explodiert und er wacht in lebensfeindlicher Winterlandschaft auf. THE GOLD RUSH (1925) von Chaplin lässt grüßen. Rumorender Magen. Die Kaninchen sind zu flink. Gerade mal Fische lassen sich fangen. Durch Tauschhandel wird Jean schließlich ein Pelzjäger, der mehrere Hunderte von Biberfellen liefern muss, um die Tochter des Pelzhändlers heiraten zu können. Kaninchen, Waschbären und Biber werden von Darstellern in plakativ kostümierenden Kostümen gespielt, was einen nicht geringen Teil der Komik ausmacht. Die Gags sind inspiriert von der Hochblüte des surreal-anarchischen US-Trickfilms mit den Silly Symphonies von Walt Disney und den Looney Tunes von Warner Brothers mit ihrem genialen Zeichner Tex Avery. Nur sind sie in der Umsetzung eben nicht gezeichnet, sondern um Realfiguren herum digital generiert. Regisseur Mike Cheslik hat mit Adobe After Effects gearbeitet, einem Programm für Animation und Postproduktion. Narrativ werden zudem persiflierend Spielelemente früher Computerspiele eingebaut. Das Budget für diesen furios komischen, ästhetisch stimmigen Film lag bei 150.000 Dollar, was nun wirklich Low-Budget ist. Respekt. Chapeau. Masterpiece. Wer diese Art Komik und Ästhetik liebt, ihre Hochblüte, dem sei aus dem Bestand der Traumathek empfohlen: DIE ABENTEUER VON OSWALD DEM GLÜCKLICHEN HASEN (1927/28) und LOONEY TUNES – BEST OF ROADRUNNER: VOL.1. (RD) |