KINGS OF SUMMER
Film-Nr.: 14830
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Genre: Komödie
Genre: Drama
Genre: Coming of Age Filme
Genre: Jugendfilme
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KINGS OF SUMMER

KINGS OF SUMMER (Originaltitel)

USA - 2013

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Jordan Vogt-Roberts
Darsteller: Nick Robinson, Gabriel Basso, Moises Arias, Nick Offerman, Erin Moriarty, Craig Cackowski
Drehbuch: Chris Galletta

Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 91 Min.
Bildformat: 2.40:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Hinter den Kulissen, Trailer

Das Spielfilmdebüt von Vogt-Roberts, in manch einer Kritik etwas vorschnell als eine Art Indie-Update von Reiners Mitt-Achtziger-Klassiker STAND BY ME angekündigt, hat dem überquellenden Genre des Coming of age-Films thematisch zwar nichts wirklich Neues hinzuzufügen - Teenager, die ihre nervigen Eltern einfach nicht mehr ertragen können und darum Reißaus nehmen, um sich in ihrer eigenen Welt einzurichten, sind als Drehbuchstoff ebenso sattsam bekannt wie der unverbrüchliche Zusammenhalt einer seit Kindertagen bestehenden Freundschaft, die dann doch durch erste Liebe, verletzte Gefühle und Eifersucht vor dem Zerwürfnis steht. Selbst mit der rein zufällig entdeckten Waldlichtung, auf der Joe und sein bester Freund Patrick in Begleitung des durch absurde, aber todernst von sich gegebene Sprüche reichlich irritierenden Biaggio ihre imposante Hütte errichten, ist THE KINGS OF SUMMER Teil einer ganzen Reihe in etwa gleichzeitiger, in ihrer Machart allerdings so unterschiedlicher Filme ähnlicher Motivik wie Andersons MOONRISE KINGDOM und Jeff Nichols' MUD. Was den kurzweiligen Streifen trotz näher besehen ziemlich dünner Geschichte dennoch interessant macht, ist eine Inszenierung, die jugendliche Überschwänglichkeit vielleicht ein paar mal zu häufig durch gelegentlich denn doch unmotiviert scheinende Zeitlupe zu evozieren versucht (und den Film damit fast zum Videoclip-Lookalike geraten läßt), andererseits immer wieder richtig schön anzuschauen ist und mit der Verschränkung plötzlicher, das Erzähltempo drosselnder Nahaufnahmen von dem, was da so alles auf dem Waldboden wächst und krabbelt, mit Landschaftsaufnahmen in Totalen und Halbtotalen eine unerwartete stilistische Affinität zu den schwermütigen Dramen von WUTHERING HEIGHTS und LORE aufweist. Und auch über die Schauspielerleistungen kann man nur Gutes sagen: Fast am unscheinbarsten noch Nick Robinson und Gabriel Basso als gut vertrautes Freundespaar, denen der unglaublich spielfreudige Moises Arias als harmloser, aber offenbar in einem bizarren Paralleluniversum lebender Kobold ein ums anderemal die Schau stiehlt. Hervorragend sämtliche erwachsenen Darsteller, von denen nur Nick Offerman erwähnt sei, der als Joes Vater sehr überzeugend den übellaunig-grimmigen Brummbären gibt. Schade nur, daß die zugegeben amüsanten Zeilen, die das Drehbuch seinen Figuren in den Mund legt, je länger je mehr an jene kalkulierte weirdness erinnern, auf die im Moment kaum eine TV-SitCom verzichten mag, wie denn auch die karikatureske Überzeichnung etwa von Patricks Eltern oder eines diskutierfreudigen Polizisten ziemlich stereotyp wirkt... (Stefan Nottelmann)
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