THE APRIL FOOLS
Film-Nr.: 14597
auf Facebook teilen
Genre: Komödie
Genre: Romanze
zurück

THE APRIL FOOLS

THE APRIL FOOLS (Originaltitel)

DARLING LASS DICH SCHEIDEN (Alternativtitel)

USA - 1969

DVD - Code 0 - NTSC

Regie: Stuart Rosenberg
Darsteller: Jack Lemmon, Catherine Deneuve, Peter Lawford, Jack Weston, Myrna Loy, Charles Boyer
Drehbuch: Hal Dresner

Sprache: Englisch
Untertitel: Englisch
Laufzeit: 94 Min.
Bildformat: 16:9

"If there is a God, Howard, this is where He lives", schärft Potter (Jack Weston) dem befreundeten Howard Brubaker (Jack Lemmon) angesichts eines imponierend aufragenden Wolkenkratzers ein, bevor Brubaker sich in die Chefetagen des Gebäudes aufmachen will, um dort seine Beförderung zum Leiter der Investment-Abteilung entgegenzunehmen. Man ahnt sofort, daß die luftigen Höhen des Big Business für den pflichtbeflissenen Wall Street Broker mit der Mentalität eines Kleinangestellten ein paar Nummern zu protzig ausfallen werden, und so fühlt er sich denn auch auf der Party, in die sein Chef ihn unversehens drängt, unter all den hippen Swingern und inmitten irgendwelcher Pop-Art zu Recht ziemlich fehl am Platze - fällt gerade dadurch aber der Dame des Hauses (Catherine Deneuve) in die Augen, deren makellose Eleganz sich ebensowenig in das moderne Design und das Jet Set-Feeling des Ganzen einpassen mag. Gemeinsam nehmen sie Reißaus und durchleben während einer an Überraschungen wahrlich reichen Nacht einige traumschöne Momente, die zukünftiges Glück zu versprechen scheinen?
Stuart Rosenberg, wohl noch am ehesten als Regisseur einer ganzen Reihe von Paul Newman-Filmen bekannt (u.a. COOL HAND LUKE, desgleichen der artverwandte BRUBAKER mit Robert Redford), bewegt sich mit THE APRIL FOOLS auf klassischem Blake Edwards-Terrain. Wie sich Brubaker bemüht, aber unbeholfen auf der Party oder in der Diskothek bewegt, nicht selten mit der Tücke des Objekts kämpfend, scheint eine direkte Fortsetzung der Peter Sellers-Figur aus Edwards' vergnüglicher Destruktionsorgie THE PARTY (1968), wie denn auch der bittersüße Schmelz, der über dem Film liegt, unmittelbar an BREAKFAST AT TIFFANY'S (1961) denken läßt - auch dank des dezenten, von Streichern dominierten Scores aus der Feder von Marvin Hamlisch, der gekonnt den Henry Mancini-Sound nachbildet. Und auch der Versuch einer Art Zeitgeist-RomCom - in der Nachfolge des bewunderten Billy Wilder ein Daueranliegen von Edwards, vielleicht am deutlichsten in dem zu Unrecht als Bo Derek-Vehikel verrufenen '10' vom Ende der Siebziger - spricht aus jeder Szene von APRIL FOOLS, der wie so manch anderes Hollywood-Produkt der späten Sechziger sichtlich mit den Schockwellen zu Rande zu kommen sucht, die von einer gründlichst veränderten Jugendkultur ausgegangen sind.
Aber nicht nur die Libertinage seiner Vorgesetzten, die anscheinend zu viel PLAYBOY gelesen haben, und das wilde Vergnügen im 'Safari Club' (in dem die Gogo-Tänzerinnen doch tatsächlich schon in Käfigen posieren) oder auf der Tanzfläche einer Disko bleiben Brubaker und seiner aparten Begleitung Catherine im Grunde fremd, auch ihrer beider Ehen bestehen von seiten ihrer lieblosen Partner eigentlich nur noch auf dem Papier: "What's love got to do with it?", empört sich Catherines Gatte - Brubakers Chef -, als sein Frankreich-Import ihm eröffnet, deswegen auch wieder nach Paris zurückzugehen. Nun, alles natürlich, und so singt denn Dionne Warwick auch im schönen Titelsong Burt Bacharachs über die beiden 'April Fools': "true love has found us now"?
Extravagantes Set-Design, tolle Nebendarsteller (Myrna Loy und Charles Boyer als herrlich exzentrisches Paar; Jack Weston und Harvey Korman als komödiantisch bestens ausgereizte Säufernasen, die im rechten Augenblick ihr Herz entdecken), Jack Lemmon in seiner Paraderolle als trauriger Clown und eine Deneuve, die selbst in der Disko unangestrengt Contenance bewahrt: ein leise anrührendes Filmmärchen über einen Frosch, der zum Prinzen geküßt wird. (Stefan Nottelmann)