TOWN BLOODY HALL
Film-Nr.: 18467
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Genre: Dokumentarfilme
Genre: Neuheiten (ohne Toptitel)
Genre: Geschichte
Genre: Gesellschaft
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TOWN BLOODY HALL

TOWN BLOODY HALL (Originaltitel)

USA - 1979

DVD - Code 1 - NTSC

Regie: Chris Hegedus, D.A. Pennebaker
Darsteller: Susan Sontag, Betty Friedan, Germaine Greer, Jacqueline Ceballos, Jill Johnston, Norman Mailer

Sprache: Englisch
Untertitel: Englisch für Hörgeschädigte
Laufzeit: 85 Min.
Bildformat: 1.33:1
Tonformat: Mono
Features: Audiokommentar; Featurettes; Interviews

Was "Live Aid" für die (englischsprachige) Rockmusik der 80er war, war dieses Symposium für den (englischsprachigen) Feminismus der 60er und 70er. Am 30. April 1971 diskutierten Jacqueline Ceballos, Germaine Greer, Jill Johnston, und Diana Trilling mit Journalist Norman Mailer, im Publikum: Susan Sontag und Betty Friedan. Norman Mailer hatte kurz vorher den chauvinistischen Essay "The Prisoners of Sex" veröffentlicht, der Anlass der ganzen Veranstaltung war, und damit waren die Spannungen schon vorprogrammiert. Es wird beleidigt, schwadroniert und sogar geknutscht (nicht mit Mailer), wie es sich für eine politische Diskussion gehört.
Mailer hatte wohl die Hoffnung, den Abend zur Eigenwerbung nutzen zu können und heuerte darum den befreundeten, legendären Dokumentarfilmer D.A. Pennebaker an, der den Abend ohne offizielle Erlaubnis des Veranstalters mit drei 16mm-Kameras in seinem typischen Direct-Cinema-Stil filmte. Mailer musste nicht allzu zufrieden mit dem Abend gewesen sein und Pennebaker hielt die Aufnahmen für unbrauchbar und verbannte sie in sein Archiv. Dort war es schließlich seine Kollaborateurin und spätere Ehefrau Chris Hegedus, die auf sie stieß und mit viel Enthusiasmus einen Film zusammenschnitt, der die frenetische Energie des Abends einfing.
Lange Zeit genoss die Doku den fragwürdigen Status eines Kultobjekts, von dem es nur Bootleg-Aufnahmen gab. Aber diese neu aufbereitete Edition aus der Criterion Collection dürfte letzteres ändern. Die von Hegedus betreute digitale Aufbereitung mit optionalen Untertiteln (die bei dem chaotischen Geschehen auf dem Bildschirm unabdinglich sind) kommt nicht nur mit bestmöglicher Optik daher. Ein Highlight ist neben den vielen empfehlenswerten Featurettes vor allem der Audiokommentar, der effektiv ein von Hegedus geführtes Interview mit Germaine Greer ist, während beide den Film schauen. (Jana Hollstein)