In MUR MURS widmete sich Agnès Varda 1981 einem scheinbar nebensächlichen Aspekt der Stadt Los Angeles, nämlich den zahllosen großflächigen Wandmalereien. Mit ihrer Kamera durchstreift sie die Stadt, fängt die ebenso imposanten wie vergänglichen Werke ein und lässt auch die verantwortlichen Künstlerinnen und Künstler zu Wort kommen. Dabei gelingt Varda ein faszinierender und inspirierender Dokumentarfilm, der die marginalisierte Straßenkunst als Ausgangspunkt für das Porträt eines alternativen L.A. nutzt. Es ist ebendieses Stadtbild, dass den zeitgleich entstandenen Spielfilm DOCUMENTEUR auszeichnet, in dem eine alleinerziehende Mutter (Vardas Cutterin Sabine Mamou) mit ihrem Kind (Vardas leiblicher Sohn Mathieu Demy) die Straßen, die Strände, die Vororte auf der Suche nach einer neuen Bleibe durchstreift. Auch hier finden sich zahlreiche dokumentarische Einschübe und selbstreferenzielle Momente, wenn Mamous Heldin für einen Dokumentarfilm angeheuert wird, der unschwer als MUR MURS zu erkennen ist. (Florian Prasser)
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