PEPE MUJICA - DER PRÄSIDENT / TUPAMAROS
Film-Nr.: 15197
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Genre: Dokumentarfilme
Genre: Portrait
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PEPE MUJICA - DER PRÄSIDENT / TUPAMAROS

Pepe Mujica: Lessons from the Flowerbed (Originaltitel)

Deutschland - 2015

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Heidi Specogna
Darsteller: Lucia Topolansky, José Mujica

Sprache: Spanisch
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 89 Min.
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Features: Dokumentation: TUPAMOROS (1996, 95 Min.)

Schon 1996 hatte die schweizer Regisseurin Heidi Specogna gemeinsam mit Rainer Hoffmann einen Dokumentarfilm über die auch in Westeuropa zu Berühmtheit gekommenen 'Tupamaros' gedreht, die mit ihrem im Laufe der sechziger Jahre zunehmend militanter auf die politischen Verhältnisse in Uruguay reagierenden Konzept der sogenannten 'Stadtguerilla' auch auf linksradikale Gruppen bis hin zur RAF und den Roten Brigaden in Italien mächtig Eindruck gemacht haben. Eines ihrer Gründungsmitglieder war 'Pepe' Mujica, der den vielbeschworenen langen Marsch durch die Institutionen auf selten eindrückliche Weise hinter sich gelegt hat: der jahrelang mit anderen Mitstreitern der Bewegung unter der Militärdiktatur weggeschlossene Ex-Guerillo hat es bis zum Präsidenten seines Landes gebracht! Auf seine Einladung hin hat Specogna noch einmal den Weg nach Lateinamerika angetreten, um eine von merklicher Empathie getragene Doku über den ungemein sympathisch und verschmitzt wirkenden Achtzigjährigen und seine (in der Parlamentspolitik, hat man den Eindruck, noch umtriebigere) Frau zu drehen, die den 'ärmsten Präsidenten der Welt' (Mujica hat von seinem Präsidentengehalt immer nur ein Zehntel für sich behalten, um das restliche Geld in NGOs zu stecken? ) in seinem bescheidenen Zuhause aufzusuchen und durch eingestreutes Archivmaterial immer wieder auch einen Blick auf seinen außergewöhnlichen Werdegang zu werfen. Man erlebt einen klugen, ja weisen Menschen, der Zufriedenheit ausstrahlt und im Gespann mit seiner Frau glaubhaft machen kann, daß Utopien nicht immer Fantasiegespinste bleiben müssen. Es nimmt nicht wunder, daß der Mann bei den Menschen seiner Heimat so beliebt ist: seine Ansprachen haben eine Volksnähe, die der bodenständig gebliebene Blumenzüchter nicht zu heucheln braucht? An Einsichten über die tatsächliche Politik unter seiner Präsidentschaft vielleicht weniger ergiebig, als man sich von einer kritischen Auseinandersetzung erwarten dürfte; aber der unaufdringlich Optimismus verbreitende Film ist denn wohl auch eher als eine Freundschaftsgabe gedacht und lohnt allein wegen der Bekanntschaft mit einem Politikertyp, der so rar sein dürfte wie schwarze Schwäne? (Stefan Nottelmann)