ENCOUNTERS AT THE END OF THE WORLD
Film-Nr.: 12036
auf Facebook teilen
Genre: Dokumentarfilme
Genre: Unsere Tipps
zurück

ENCOUNTERS AT THE END OF THE WORLD

ENCOUNTERS AT THE END OF THE WORLD (Originaltitel)

USA - 2007

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Werner Herzog
Drehbuch: Werner Herzog

Sprache: Englisch
Laufzeit: 97 Min.
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: 2 Disc, Interview mit Werner Herzog, diverse Featurettes

Im Gegensatz zu seinen vielzähligen Mitstreitern aus den Tagen des Neuen Deutschen Films, hat Werner Herzog sich nicht nur seine eigene filmische Weltsicht bewahrt, sondern ist damit auch so erfolgreich wie nie zuvor. Seit einigen Jahren lebt der Mann, der sich eher als Bayer denn als Deutschen sieht, nun in Los Angeles und ist dort hinter den Kulissen, aufgrund seiner unnachahmlichen, selbstbewussten Art, zu einem weithin angesehenen und geschätzten Bürger der Filmstadt geworden. Dies schlägt sich momentan in seinen starbesetzten, amerikanischen Spielfilmen nieder. Gleichzeitig ist Herzog aber auch weiterhin als Dokumentarfilmer tätig. Und immer noch wirken seine Spielfilme häufig dokumentarisch und seine Dokumentationen häufig sehr inszeniert, sehr spielfilmartig. Es ist nicht verwunderlich, dass er seine erste Oscarnominierung für eine Dokumentation erhalten hat. Mit ENCOUNTERS AT THE END OF THE WORLD hat Herzog nun auf allen Kontinenten der Welt einen Film gemacht. Denn das Ende der Welt, das ist die Antarktis. »I didn?t want to make another Penguin-movie« schiebt er gleich zu Beginn des Films in seinem allgegenwärtigen Off-Kommentar ein. Und dennoch ist er hier natürlich auch an den Naturschönheiten interessiert. Allerdings ist es eine sehr bizarre Schönheit dieser so tödlichen und lebensfeindlichen Umwelt. Wie in seinen Amazonienfilmen wohnen wir auch hier dem verzweifelten Streben der Menschen bei, neue, feindliche Räume zu erobern. Ihr Handeln ist notwendig und töricht zu gleich. Ein Eisberg ist etwas wunderschönes und majestätisches, doch schmelzend und nach Norden treibend, wird er zu einem Monster, einer Gefahr für Menschenleben. Die Antarktis als Lebewesen, das seinen eigenen, immer noch unverstandenen Gesetzen folgt. Und dann noch der Blick Herzogs auf die Menschen, die sich diese Umgebung für ihr Leben ausgesucht haben: professionelle Träumer, höchst kuriose Gestalten, Forscher einer Apokalypse, die in der Antarktis ihren Ausgang nehmen wird. Betörende, einmalige Bilder und Herzogs somnambuler Off-Kommentar, der seinen ihm eigenen Blick auf die Welt so magisch verbalisieren kann, dazu eine narrative Form, viele unterhaltsame Momente, viele bedrohliche Momente, nachdenkliche, ein entrückter Score aus Robbengesängen und russischem Mönchsgesang machen ENCOUNTERS AT THE END OF THE WORLD zu seinem besten Dokumentarfilm und einem der betörendsten Filmerlebnisse der letzten Jahre überhaupt.