DAS SPIEL MIT DEM FEUER
Film-Nr.: 18392
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Genre: Erotik / Sexploitation
Genre: Neuheiten (ohne Toptitel)
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DAS SPIEL MIT DEM FEUER

LE JEU AVEC LE FEU (Originaltitel)

PLAYING WITH FIRE (Alternativtitel)

Frankreich, Italien - 1975

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Alain Robbe-Grillet
Darsteller: Philipee Noiret, Jean-Louis Trintignant, Anicée Alvina, Sylvia Kristel, Agostina Belli, Serge Marquand
Drehbuch: Alain Robbe-Grillet

Sprache: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 108 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 18 Jahre
Bildformat: 2.35:1
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Features: Interview mit Catherine Robbe-Grillet

Alain Robbe-Grillet gilt als Begründer des Nouveau Roman, jener literarischen Ästhetik, die radikal mit realistischem Erzählen bricht. Sie ging der Nouvelle Vague voraus, die wesentlich von ihr inspiriert wurde. Beides, die Literatur und das Kino jener Richtung, zeichnet sich durch erzählerisch strukturelle Gemeinsamkeiten aus, beide Medien werden von multimedial arbeitenden Künstlern wechselseitig aufeinander bezogen. In Deutschland ist Peter Handke repräsentativ dafür mit seinen frühen Romanen, Theaterstücken, Drehbüchern und Regiearbeiten, zum Beispiel CHRONIK DER LAUFENDEN EREIGNISSE (1971). In Frankreich ist es Robbe-Grillet. LETZTES JAHR IN MARIENBAD (1961) basiert auf seinem Drehbuch, das in enger Zusammenarbeit mit Alain Resnais, dem Regisseur, entstand. Die Handlung ist fragmentiert, zirkulär, Zeitbezüge verschwimmen, Räumlichkeit hat surreale Anmutung, die Figuren sind entpsychologisierte Projektionsflächen. Nicht das, was erzählt wird, macht den cineastischen Reiz aus, sondern wie es erzählt wird. Das gilt auch für DAS SPIEL MIT DEM FEUER. Vordergründig geht es um die geplante Entführung der attraktiven Tochter eines Bankiers, die zu ihrem Schutz in eine Privatklinik für, so die Selbstbezeichnung, frustrierte Feministinnen, gebracht wird. Rasch entpuppt sich die Klinik als Luxusbordell. Gangsterparodie trifft Softporno-Persiflage mit sado-erotischen Inzestfantasien. Für die Rezeption braucht es Ambiguitätstoleranz. Denn der Film lässt sich ebenso als sexistisches Werk des männlichen Blicks interpretieren wie als Dekonstruktion dieses Blicks. Die Schnurrbärte jedenfalls, die zwischendurch abgenommen und wieder aufgeklebt werden, Rollenspiel, Theaterbärte, darf man als Wink verstehen, dass eine diskursiv einfache Zuschreibung hier ins Leere zu laufen droht. Unbedingt lesenswert der als Booklet beigegebene Essay des Filmwissenschaftlers Marcus Stiglegger. (RD)