PHARAO
Film-Nr.: 30775
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Genre: Drama
Genre: Historie / Kostüm
Genre: Epen
Genre: Neuheiten (ohne Toptitel)
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PHARAO

FARAON (Originaltitel)

PHARAOH (Alternativtitel)

Polen - 1966

Blu-ray - Code B - HD 1080p

Regie: Jerzy Kawalerowicz
Darsteller: Jerzy Zelnik, Wieslawa Mazurkiewicz, Barbara Brylska, Krystyna Mikolajewska, Ewa Krzyzewska, Piotr Pawlowski
Drehbuch: Jerzy Kawalerowicz, Tadeusz Konwicki, Boleslaw Prus

Sprache: Deutsch, Polnisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Polnisch
Laufzeit: 152 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 16 Jahre
Bildformat: 2.40:1
Tonformat: Mono
Features: Kinotrailer; Deutscher Vorspann; Bildergalerie; 2 Kurzfilme: DIE MUMIE und DER ÄGYPTER; 2 Hörspiele;

Zugrunde liegt der gleichnamige Roman des polnischen Schriftstellers Boleslaw Prus, erschienen 1895/96. Die Produktion war der bis dahin teuerste Monumentalfilm Polens. Die Hauptfiguren Ramses XII und sein Sohn Ramses XIII gelten als historisch nicht verbürgt, was indes wenig zur Sache der Handlung tut, die nach Fertigstellung der Pyramiden von Gizeh spielt, also Mitte des 3. Jahrtausend v. Chr. Es ist ein Politdrama im Rahmen dynastischer Nachfolge, ein Politdrama um die Macht und Entscheidungshoheit im Staat zwischen dem Königshaus und der Priesterkaste. Dabei mehr Kammerspiel, mal in reduktionistischen Kulissen, mal in panoramatischer Wüstenlandschaft. Visuell und narrativ steht Kawalerowicz's Film dem 1. EVANGELIUM – MATTHÄUS (1964) von Pasolini weit näher als CLEOPATRA (1963) von Mankiewicz. Wenig überraschend, wenn man weiß, dass sich der polnische Film nach 1945 am italienischen Neorealismus orientierte und Jerzy Kawalerowicz einer der bekanntesten Regisseure jener Zeit ist. Aber wer weiß das schon? Das osteuropäische Kino – was bereits unzulässiger Oberbegriff ist, mag keine Terra incognita sein. Im Vergleich zum westeuropäischen und US-amerikanischen Kino hat es indes unstrittig einen geringeren Bekanntheitsgrad. Bezeichnend der Name des Independent-Labels, das dankenswerterweise PHARAO auf den Markt gebracht hat: Ostalgica – der Ostfilm. Wer käme je auf die Idee ein Label zu gründen: Westalgica – der Westfilm. Kalter Krieg und Eiserner Vorhang haben zwei kulturelle Hemisphären entstehen lassen, gegeneinander nicht völlig abgeschottet, mehr als teildurchlässig aber auch nicht. Die Selbstauflösung der UdSSR Ende 1991 wurde vom Westen als Sieg westlicher Werte interpretiert. Die Neugier auf vergangene wie gegenwärtige osteuropäische Kultur einschließlich der ukrainischen und russischen hat dies nicht gerade gefördert. Eine sehr zu bedauernde Entwicklung. PHARAO zeigt, was es zu entdecken gibt. (RD)