WIR MONSTER
Film-Nr.: 18015
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Genre: Drama
Genre: Thriller
Genre: Neuheiten (ohne Toptitel)
Genre: Crime
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WIR MONSTER

WIR MONSTER (Originaltitel)

Deutschland - 2015

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Sebastian Ko
Darsteller: Mehdi Nebbou, Ulrike C. Tscharre, Janina Fautz, Ronald Kukulies, Britta Hammelstein, Marie Bendig
Drehbuch: Sebastian Ko, Marcus Seibert

Sprache: Deutsch
Untertitel: Englisch
Laufzeit: 92 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 12 Jahre
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1

Acht Filmminuten, und der Zuschauer befindet sich im Sog einer Tragödie, deren Twist in der zweiten Filmhälfte so stupend ist, wie plausibel erzählt. In ihrer Eigendynamik führen die vorangegangenen moralischen Fehlentscheidungen der Hauptfiguren vom Abschüssigen ins nun vollends Abgründige. Zur Handlung daher kein Wort. Dafür ein paar Sätze zur Figurenkonstellation und darüber, wie man Figuren effizient und prägnant einführt. Ein Mann und ein Mädchen unterwegs im Auto. Sie, Pubertätsalter, auf der Rückbank, er am Steuer. Ihr Blick geht traurig mit trotziger Miene ins Leere. Er beobachtet sie über den Rückspiegel. Vater und Tochter, erfahren wir aus den wenigen gewechselten Sätzen. Der Vater, Anfang Vierzig, wirkt jugendlich, sympathisch, das schwarze Hemd lässig aufgeknöpft, schwarzes Sacco, dazu einen schwarzen Rude Boy Hat, jenes Hutmodell in markanter Topfform, das durch den Sänger Jan Delay in den Nullerjahren populär wurde. Während er mit seiner Tochter spricht, raucht er Zigarette, am Handgelenk ein Lederarmband. Die Details des Outfits stecken die Figur ab. Ein cooler, ein hipper Typ, mehr bester Freund als Vater, von Beruf Musiker mit Band, erfahren wir aus dem Gespräch. Und dass er von seiner Frau getrennt lebt, der Mutter seiner Tochter auf der Rückbank, deren Blick traurig mit trotziger Miene ins Leere geht. Eine Freundin von ihr steigt zu, beide Mädchen später aus. Kurz in den Wald pinkeln gehen. Dann sind sie verschwunden, sucht sie der Mann, beginnt die Tragödie. Wie souverän austariert dies in den ersten acht Minuten erzählt wird, ist bemerkenswert, da es so häufig nicht vorkommt. Aufgebaut wird die Erwartungshaltung von Coming of Age, familiären Beziehungskonflikten, eingebettet ins Milieu der Kreativen, Reflektierten, Empathischen. Was kann da schon schieflaufen. Überzeugend in den beiden Hauptrollen als Vater und Tochter Mehdi Nebbou und Janina Fautz. Kamera und Schnitt vermeiden es, Dramatik visuell herauszustreichen. Es wird der Blick kühlen Beobachtens gewahrt in Vermeidung jener streng sich durchhaltenden statischen Kamera, für die Michael Haneke bekannt ist, so zum Beispiel in BENNY'S VIDEO (1992). (RD)