VATEL
Film-Nr.: 17586
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Genre: Drama
Genre: Historie / Kostüm
Genre: Romanze
Genre: Biopic (Portraits)
Genre: Neuheiten (ohne Toptitel)
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VATEL

VATEL (Originaltitel)

Frankreich, Belgien, Grossbritannien - 2000

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Roland Joffé
Darsteller: Gérard Depardieu, Uma Thurman, Tim Roth, Julian Glover, Timothy Spall, Hywel Bennet
Drehbuch: Jeanne Labrune, Tom Stoppard

Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Laufzeit: 99 Min.
Altersfreigabe FSK: ab 12 Jahre
Bildformat: 2.35:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: B-Roll; Kinotrailer

Der Film wurde seinerzeit von der Kritik verhalten aufgenommen. Die Intrigen seien nicht geschliffen genug, verglichen etwa mit GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN (1988), zu sehr Selbstzweck das Schwelgen in höfischer Festkultur, und Gérard Depardieu als Francois Vatel bliebe unterhalb seiner Möglichkeiten. Depardieus Vatel, das ist des Prinzen de Condé historisch namhafter Küchen- und Haushofmeister, zeichnet sich durch Diskretion aus, Zurücknahme, Verhaltenheit, zugleich verkörpert er die bürgerliche Vernunft im Tollhaus des Hofadels, erkennbar daran, dass er es weitestgehend vermeidet Perücke zu tragen. Das Jahr 1671. Der Prinz erwartet Ludwig XIV. samt Hofstaat zu Gast. Im politischen Hintergrund zeichnet sich der Angriffskrieg Frankreichs gegen die Niederlande ab, was die Laune der Gäste indes nicht trübt. Sie drei Tage opulent zu verköstigen und durch motivisch abgestimmte Tableaus zu unterhalten, ist die Aufgabe Vatels. Dass der Prinz de Condé ihn als Einsatz im Glücksspiel gegen den König verliert, gehört mit zu den Zynismen der Aristokratie, die Roland Joffé einflicht. Ein Papagei an der Kette fungiert als Symbol der Unfreiheit nicht nur Vatels, sondern auch der Mätressen des Königs. Demgegenüber steht die Festkultur, konzipiert und inszeniert von Künstlern wie eben Vatel. Joffés Film darf man als Hommage an diese Kultur begreifen mit ihren Verwandlungsbühnen, Ballettaufführungen, Arien, Wasserspielen, Feuerwerken, begleitet von kleinem oder großem Orchester. Nichts davon in diesem Film ist übertrieben. Die Hoffeste des Barock waren ganz große Kino in Echtzeit und Realraum lange vor dem Film auf der Leinwand. (RD)