DER LANGE SOMMER DER THEORIE
Film-Nr.: 16160
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Genre: Drama
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Genre: Sozialdrama
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DER LANGE SOMMER DER THEORIE

DER LANGE SOMMER DER THEORIE (Originaltitel)

Deutschland - 2017

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Irene von Alberti
Darsteller: Julia Zange, Katja Weilandt, Martina Schöne-Radunski, Toby Ashraf, Timo Jacobs, Paula Knüpling
Drehbuch: Irene von Alberti

Sprache: Deutsch
Untertitel: Englisch
Laufzeit: 81 Min.
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1, Stereo
Features: Interviews; Zusätzliche Szenen; Alternativer Anfang (6 Min.); Kinotrailer

Die Freiheit ist ihnen schon besonders wichtig – selbst wenn sie überfordernd und bedrückend ist. Stets gutaussehend, retro und selbstbewusst verunsichert sitzen drei Frauen in ihrer bereits gekündigten Altbauwohnung: Schauspielerin Katja probiert verschiedene Frauenrollen aus, Sängerin und Fotografin Martina fordert und sucht vergeblich Umsturz und Regisseurin Nola fragt sich in einem Film – dem, den wir sehen – wie man sich heute überhaupt noch politisch verhalten kann.
„Der lange Sommer der Theorie“ zeigt eine linksalternativ-feministische Clique dabei, wie sie über das Handeln, aber noch viel mehr über das Nachdenken nachdenkt. Unterbrochen von Interviewszenen mit Soziologen, Philosophen und Historikern, schaut die Kamera den Dreien bei einer ihrer Großstadtexistenz zwischen mondänen Herumlungern und prekärem Arbeiten zu.
Während die Inszenierung Stilmittel der 60er-Jahre aktualisiert – als wäre Godards „Masculin Féminin“ ins heutige Berlin katapultiert worden – lässt die fatalistisch grundierte Aufgekratztheit der Frauen erahnen, dass das Streben nach wirklicher Veränderung inzwischen vor allem Pose sei.
Diesem Eindruck und der ihn grundierenden Stimmung des semideprimierten Arrangements mit dem alternativlosen Spätkapitalismus ist der Film auf der Spur. Er hat dieser Diagnose aber in seiner coolen Lakonie wenig entgegenzusetzen, wird darin selbst zur Pose. Positiv gewendet: Seine präzise Milieustudie und Zeitdiagnose trifft auf ihn selbst zu. (Alexander Scholz)