NO COUNTRY FOR OLD MEN
Film-Nr.: 11404
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Genre: Drama
Genre: Thriller
Genre: Oscar - Beste Regie
Genre: Oscar - Bester Film
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NO COUNTRY FOR OLD MEN

NO COUNTRY FOR OLD MEN (Originaltitel)

USA - 2007

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Darsteller: Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Sprache: Englisch, Deutsch, Türkisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Laufzeit: 117 Min.
Bildformat: 2.35:1, anamorph
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Making Of, Die Arbeit mit den Coens, Tagebuch eines Sheriffs

Stilsichere Cormac McCarthy-Adaption, deren Handlung nicht komplizierter als die eines ROADRUNNER-Cartoons ist und die ein ähnlich hohes Maß an Spannung, Witz und philosophischer Tiefe aufweist. Was nicht ironisch gemeint ist. Denn gerade die Klarheit der Geschichte, im Grunde eine einzige lange Verfolgungsjagd, lädt zu allerlei metaphysischen Deutungen ein. Sie erlaubt überraschende Erzählweisen, die selbst hartgesottene Genre-Fans aus dem Sattel hauen dürften, ohne dass der Rest des Rudels dabei den Anschluss verliert. Und sie öffnet den Blick für Atmosphärisches, für Details: die brütende Hitze der badlands, in der aufgeblähte Leiber langsam verrotten; das abstrakte Muster unzähliger Stiefelabriebe auf dem Boden eines Polizeireviers; die Bedrohlichkeit einer sich langsam wieder entfaltenden zusammengeknüllten Süßkramverpackung - Entdeckungen am Wegesrand, die ein zügig vorbeirasender Erzähler gar nicht erst wahrgenommen hätte. Eine Sorgfalt, die sich auch auf die Figuren erstreckt, die diese Welt bevölkern: der Lakonismus eines Sheriffs (Tommy Lee Jones), der nicht nur Wortwitz, sondern Symptom einer tiefsitzenden Resignation ist, der Erkenntnis nämlich, dass alle Mühe sich letztlich nicht lohnt und man als Gesetzeshüter nur alt wird, wenn man lernt, im richtigen Moment auf die Bremse zu treten; der absurde Ehrenkodex eines abenteuerlich frisierten Berufsmörders (Javier Bardem), der vielleicht gar der Sensenmann selbst ist (?What´s the most you´ve ever lost in a toin coss??); die Zähigkeit des ambitionierten Amateurs (Josh Brolin), den ein Zufallsfund (und ein Quentchen Mitgefühl) an die Spitze dieser Karawane befördert haben und der nun nicht mehr aufhören kann, in Bewegung zu bleiben, wenn er überleben will. Von all den großartigen Randfiguren (?Did-you-not-hear-me??) und Spitzendialogen (?My mind wanders.?) mal ganz zu schweigen. Karg und pessimistisch, wie bei Beckett. Ein Film, der den Nihilisten in THE BIG LEBOWSKI gefallen haben dürfte. Wurde mit 4 Oscars ausgezeichnet, unter anderem für den besten Film.