ELLE
Film-Nr.: 15707
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Genre: Drama
Genre: Thriller
Genre: Crime
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ELLE

ELLE (Originaltitel)

Deutschland, Frankreich, Belgien - 2016

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Paul Verhoeven
Darsteller: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Anne Consigny, Charles Berling, Virginie Efira, Judith Magre
Drehbuch: David Birke, Harold Manning, Philippe Djian

Sprache: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Laufzeit: 121 Min.
Bildformat: anamorph, 2.40:1
Tonformat: Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
DVD-Features: Hörfilm-Fassung; Trailer

Zehn Jahre nach seinem letzten Langfilm BLACK BOOK drehte Paul Verhoeven erstmals in Frankreich und zeigt sich mit ELLE provokativ wie eh und je: Protagonistin Michèle Leblanc (Isabelle Huppert) wird schon in der Auftaktsequenz Opfer einer Vergewaltigung im eigenen Heim. Bald erhält Michèle, Leiterin einer Firma für Computerspiele, Drohungen am Arbeitsplatz und fühlt sich beobachtet. Ist der Täter noch in der Nähe? Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Rape-Revenge-Thriller anmutet erweist sich bald als provokante wie schwarzhumorige Gesellschaftssatire, die von ihrer unkonventionellen, unglaublich abgebrühten Hauptfigur lebt: Michèle zeigt die Vergewaltigung nicht an, erzählt Freunden mal eben beim Abendessen davon und will auch gar nicht lange darüber reden, das versaue ja nur die Feierstimmung. Und das ist nur eine von vielen unerwarteten Volten, die ELLE schlägt in der Zeichnung einer bürgerlichen Gesellschaft, in der beinahe jeder einen an der Waffel hat, egal ob es sich dabei nun um Michèles Sohn, ihre Mutter, ihren Ex-Mann oder ihren Lover handelt. Gleichzeitig reißt Verhoeven auch mit diesem Film die eigentlich seit jeher überkommenen, aber doch noch gern bemühten Grenzen zwischen U- und E-Kultur ein und präsentiert ELLE als einen Mix aus Drama, Thriller und Satire, der seine Impulse gleichermaßen aus dem Arthouse- und dem Exploitationkino zieht. Noch dazu lässt sich in Michèle ein Metakommentar des Regisseurs zu sich und seinem Werk erkennen, wenn diese Sex- und Gewaltdarstellungen in den von ihrer Firma produzierten Videospielenden als provokantes Verkaufsargument und eingehendes Medienerlebnis befürwortet. Auch wenn das Rezept des Films im letzten Drittel nicht mehr ganz so frisch wie zu Beginn ist: Ein vielschichtiger Genremix und ein fantastisches Spätwerk Verhoevens, das keinerlei Altersmüdigkeit erkennen lässt. (Nils Bothmann)