DIE KOMMUNE
Film-Nr.: 15459
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Genre: Drama
Genre: Romanze
Genre: Sozialdrama
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DIE KOMMUNE

KOLLEKTIVET (Originaltitel)

THE COMMUNE (Alternativtitel)

Schweden, Dänemark, Niederlande - 2016

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Thomas Vinterberg
Darsteller: Fares Fares, Ulrich Thomsen, Trine Dyrholm, Helene Reingaard Neumann, Julie Agnete Vang, Lars Ranthe
Drehbuch: Tobias Lindholm, Thomas Vinterberg

Sprache: Deutsch, Dänisch
Untertitel: Deutsch, Dänisch
Laufzeit: 108 Min.
Bildformat: 2.35:1, anamorph
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Interviews mit Regisseur u. Hauptdarstellern, Kinotrailer

Kopenhagen in den Siebzigern: Erik, seines Zeichens Unidozent für Architektur, und seine Frau Anna, als Nachrichtensprecherin im Fernsehen ebenfalls beruflich erfolgreich, beziehen gemeinsam mit ihrer jugendlichen Tochter ihre neue Bleibe: ein riesiges Haus auf großzügigem Anwesen, das ihnen als Eriks Erbteil zugefallen ist. Es ist seine Gattin, die sich, von der allgemeinen Aufbruchsstimmung angesteckt, für die Idee begeistert, die vielen Räume mit einer nach und nach dann tatsächlich zusammenfindenden Kommune zu füllen, in der Erik als gutbürgerlicher Hausbesitzer zwar immer ein wenig von der Situation überfahren wirkt, aber als von all seinen neuen Mitbewohnern durchaus respektierter und geschätzter Vorstand recht rasch in das bunte Leben um ihn herum hineinfindet. Erst als er sich in eine deutlich jüngere Frau verguckt und Anna das Experiment wagt, auch die Geliebte mit ins Haus ziehen zu lassen, droht der fröhliche Versuch, aus dem bürgerlichen Leben auszubrechen, zu kippen?
Vinterberg, mit seinem Dogma-Klassiker DAS FEST und dem großen Erfolg aus jüngerer Zeit, DIE JAGD, eher für schwerere, drückende Stoffe bekannt, die wenig Raum für freundliche Züge ließen, hat, nach der überraschend opulenten und süffigen Thomas Hardy-Adaption des vergangenen Jahres, erneut eine über weite Teile ausgelassene Geschichte zu erzählen, die in Inszenierungsstil und Tonlage gar nicht mal so weit weg ist von der Liebesgeschichte, die sich in den Sitten des viktorianischen Englands zu verfangen droht: die sympathischen, für skandinavische Verhältnisse geradezu wohltuend unskurrilen Abhänger und gut gelaunten Nichtsnutze machen es einem leicht nachzuvollziehen, daß Erik und gerade Anna sichtlich aufblühen und eine ungekannte Leichtigkeit verspüren; aber auch der fehlschlagende Versuch, die Konkurrenz der hübschen Studentin - von Erik offensichtlich als geschmeidigerer Ersatz für Anna gewählt - als Einübung in freie Liebe zu akzeptieren, wird von Vinterberg äußerst stimmig eingefangen, mit allen Bitterkeiten, die der nur mühsam beherrschte Rosenkrieg mit sich bringt - ein Verdienst nicht zuletzt von Trine Dyrholm, die ihrer Figur anrührende Intensität verleiht. - Als Studie über eine mit spürbarer Anteilnahme geschilderte bürgerliche Hippie-Utopie ausgesprochen schön anzuschauen, ist DIE KOMMUNE als Zeitkapsel allerdings deutlich weniger überzeugend als die wilde 70er-Sause von Vinterbergs schwedischem Kollegen Lukas Moodysson (ZUSAMMEN!), die sehr viel ungezwungener, spontaner und lebendiger daherkam (und auch den besseren Soundtrack hatte)? (Stefan Nottelmann)