GIMME DANGER - THE STORY OF THE STOOGES
Film-Nr.: 15579
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GIMME DANGER - THE STORY OF THE STOOGES

GIMME DANGER - THE STORY OF THE STOOGES (Originaltitel)

USA - 2016

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Jim Jarmusch
Darsteller: Ewan McGregor, Iggy Pop, Mike Watt, James Williamson, Ron Asheton, Scott Asheton
Drehbuch: Jim Jarmusch

Sprache: Englisch
Laufzeit: 108 Min.
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: entfernte Szenen, Trailer

Exzellente Doku über die Stooges, die auf so ziemlich alle Manierismen, die man von einem Jarmusch-Film erwarten könnte, getrost verzichten kann, da die Band und ihr ungestümer Frontmann auch ohne alle inszenatorische Beigabe fesselnd genug sind. Besonderes Augenmerk liegt auf den einigermaßen bescheidenen Anfängen der Truppe in den späteren Sechzigern und ihre spektakulären Konzertauftritte, die sie für wenige Jahre ins Rampenlicht führten, bis 1973 das Ganze im Streit auseinanderlief; die Wiedervereinigung der Band im Jahre 2003 wird zwar aufgegriffen, aber angemessen knapp erledigt, die Solo-Karriere Mister Osterbergs findet in der ganz auf die Stooges konzentrierten Hommage aus gutem Grunde nicht statt. Gleichwohl ist es Iggy Pop, der omnipräsent ist - als der wilde, exzentrische Bühnenperformer, als den ihn das in Hülle und Fülle verarbeitete Archivmaterial zu sehen gibt, aber auch als das einzige noch lebende Stooges-Mitglied, dem Jarmusch zu Recht reichlich Redezeit im Interview einräumt: Pop ist ein äußerst aufgeräumter und unterhaltsamer Gesprächspartner, der seinen nur mit älteren Interviews vertretenen Bandkollegen ein rührend treues Andenken bewahrt hat. Man darf es Jarmusch als dickes Plus anrechnen, im Film tatsächlich auch nur die Band zu Wort kommen zu lassen (einzige Ausnahmen: der Entdecker und Manager Danny Fields und das Schwesterherz der Asheton-Brüder) und dem Zuschauer dadurch wortreiche Lobhudeleien irgendwelcher mehr oder weniger berufener Prominenz zu ersparen (wie sie ja leider mittlerweile handelsüblich geworden sind). Wenn man ein Haar in der Suppe finden wollte, könnte man schlicht und einfach mehr Musik fordern (auch wenn die Lauscherchen natürlich eine Menge zu hören bekommen): gerade das legendäre RAW POWER-Album ist ein bißchen unterrepräsentiert? Dennoch: ein toller Streifen von einem Fan für andere Fans - und wer Iggys befremdlich-erstaunliche Körperakrobatik und seinen totalen Bühneneinsatz zu den brachialen Proto-Punk-Klängen seiner Hintermannschaft einmal gesehen hat, wird nicht lange zögern, selber Fan zu werden? (Stefan Nottelmann)