TOUCH OF EVIL
Film-Nr.: 6081
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Genre: Thriller
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TOUCH OF EVIL

TOUCH OF EVIL (Originaltitel)

IM ZEICHEN DES BÖSEN (Alternativtitel)

USA - 1958

VHS - PAL

Regie: Orson Welles

Sprache: Englisch
Bildformat: 3:1

Zweitbester Film des einstigen Regiewunderkinds, das mal ganz Amerika Angst vor den Marsmenschen einflößte. Obwohl eher zufällig in das Projekt hineingerutscht - Hauptdarsteller Charlton Heston bat ihn, die Regie zu übernehmen -, machte sich Welles mit einer gründlichen Buchüberarbeitung den Stoff zu eigen und konzentrierte sich auf shakespearesche Themen, die ihn auch sonst stets interessierten: Macht und Machtmissbrauch, Verrat und Loyalität sowie Größe im Untergang, derer selbst die niedersten Charaktere fähig sind. Welles selbst gibt den Schurken des Stücks, den selbstherrlichen Polizeichef Hank Quinlan, der noch jeden zur Strecke gebracht hat, egal wie. Zu dumm nur, dass ein Kollege von der falschen Seite der Grenze (Heston als Schuhcreme-Mexikaner) dahinter kommt, wie Quinlan das gelingt, und sich partout weigert, die Sache auf sich beruhen zu lassen...
Die Eröffnungseinstellung ist längst Filmgeschichte - egal, ob nun mit der treibenden Musik Henry Mancinis oder der Geräusch-Sinfonie, die Welles eigentlich vorschwebte - und entstand (wie die berühmte zehnminütige Schuhkarton-Einstellung) doch vor allem, um Welles im Drehplan ein paar Tage nach vorne zu bringen, da Universal ihm bei seinem ersten Hollywood-Studiofilm seit zehn Jahren keinen Meter weit über den Weg traute und ihn bei Verzögerungen schnell gefeuert hätte. Schließlich war TOUCH OF EVIL nur ein B-Movie des Studios, das den Film deutlich unter Wert verkaufte, einige überflüssige erklärende Szenen nachdrehen ließ und dafür andere, die Charaktere vertiefende, herausschnitt. Inzwischen restauriert (wenn auch in verschiedenen Versionen), lässt sich Russell Mettys nachtschwarze Kameraarbeit endlich gebührend würdigen, wie auch Welles' erzählerische Konstruktion nun wieder die von ihm anvisierte Tiefe aufweist. Er selbst liefert als monströser Quinlan eine seiner besten Darbietungen, während die Gastspiele von Marlene Dietrich und Dennis Weaver (DUEL) dem Film zusätzliche Klasse verleihen. Der würdige Endpunkt der Schwarzen Serie, und thematisch wie filmisch sogar der sicher wichtigste Film dieses Genres. (Patrick Bennat)