SORCERER
Film-Nr.: 14862
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Genre: Thriller
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SORCERER

SORCERER (Originaltitel)

USA - 1977

DVD - Code 1 - NTSC

Regie: William Friedkin
Darsteller: Roy Scheider, Bruno Cremer, Francisco Rabal, Amidou, Ramon Bieri
Drehbuch: Walon Green
Kamera: John M. Stephens
Musik: Tangerine Dream

Sprache: Englisch
Untertitel: Englisch, Englisch für Hörgeschädigte
Laufzeit: 121 Min.
Bildformat: 1.33:1, Widescreen
Tonformat: Dolby Digital 2.0

Viele Jahre galt William Friedkins Remake von Henri-Georges Clouzots LOHN DER ANGST als einer der größten Flops der New-Hollywood-Ära. Nachdem die Produktion schon während der Dreharbeiten von etlichen Problemen geplagt worden war, startete SORCERER dann 1977 praktisch zeitgleich mit STAR WARS und ging gnadenlos baden. Jetzt ist der Film nach Jahrzehnten endlich wieder verfügbar und das angebliche Fiasko des EXORCIST-Regisseurs lässt sich nun in neuem Licht beurteilen. Eine Revision, die längst überfällig ist, denn SORCERER gebührt ein Platz unter Friedkins Meisterwerken. Er verlegt die existenzialistische Geschichte von vier Tagelöhnern, die zwei Ladungen Nitroglyzerin zu einer brennenden Ölquelle transportieren müssen, in die politische Realität der 70er Jahre und entsprechend zynisch ist sein Ansatz. Zeichneten sich Clouzots Antihelden bereits durch kolonialistische Überheblichkeit aus, so präsentieren uns Friedkin und Drehbuchautor Walon Green (THE WILD BUNCH) hier eine Gruppe aus Attentätern, Gangstern und Wirtschaftsbetrügern: Menschen, die ganz unten angekommen sind und in einer südamerikanischen Militärdiktatur Zuflucht gefunden haben. Anders als im französischen Original gibt es für diese vier Männer keinen Trost mehr - keine Frauen, keine Freundschaft, nur noch die verzweifelte Hoffnung genug Geld zu machen, um aus der persönlichen Hölle auszubrechen. SORCERER verlässt somit schnell die Pfade des Abenteuerfilms und entwickelt sich zum nihilistischen Albtraum, untermalt von den düsteren Elektroklängen von Tangerine Dream. Wie die besten Klassiker-Remakes findet Friedkins Film einen eigenständigen Zugang zu einer etablierten Story und sollte von nun an in einem Zuge mit Werken wie Cronenbergs THE FLY oder Carpenters THE THING genannt werden. (Florian Prasser)