I WIE IKARUS
Film-Nr.: 12366
auf Facebook teilen
Genre: Thriller
zurück

I WIE IKARUS

I... comme Icare (Originaltitel)

I AS IN ICARUS, DER SPÜRHUND (Alternativtitel)

Frankreich - 1979

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Henri Verneuil
Darsteller: Yves Montand, Michel Albertini, Roland Blanche, Jacques Bryland, Jacques Denis, Michel Dussarat, Michel Etcheverry, Joséphine Fresson, Jean-Claude Jay, Brigitte Lahaie
Drehbuch: Henri Verneuil, Didier Decoin
Musik: Ennio Morricone

Sprache: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 122 Min.
Bildformat: 1.66:1, Widescreen
Tonformat: Mono
Features: Trailer

In den Sechzigern und Siebzigern fiel in Frankreich die Saat der Nouvelle Vague auf fruchtbaren Boden und beeinflußte bald auch Genre-Veteranen wie Robert Enrico (LES AVENTURIERS), Costa-Gavras (Z), Philippe De Broca (L´HOMME DE RIO), René Clément (LA COURSE DU LIÈVRE Á TRAVERS LES CHAMPS) und Henri Verneuil (LE CORPS DE MON ENNEMI), die infolgedessen ihr Thrillerhandwerk mit frischen, originellen Erzählweisen anreicherten und so - ähnlich den alten Hasen zur Zeit des New American Cinema derselben Ära - ein aufregendes, reifes, auch heute noch sehenswertes Mainstream-Kino schufen. So ist dieser Film ein Pendent zu US-Werken wie Pakulas THE PARALLAX VIEW oder Pollacks THREE DAYS OF THE CONDOR, beschäftigt sich wie diese (obwohl indirekter) mit den Kennedy-Morden und zweifelt dabei jegliche Einzeltäter-These gehörig an. Wie so viele Polit-Thriller der Siebziger sichtlich geprägt vom Vertrauensverlust in die staatliche Obrigkeit folgt Verneuil den Ermittlungen eines integren Staatsanwalts (Yves Montand), der zunehmend Unstimmigkeiten in der offiziellen Version eines Attentats entdeckt und kaum realisiert, dass er dadurch auch selbst in Gefahr gerät. Wie Pakula geht Verneuil dabei der Frage nach, ob und wie Menschen zu unmenschlichem Handeln gebracht werden können (der Film stellt dazu u.a. das berühmte Milgram-Experiment nach), und findet beunruhigende Antworten. Spannend bis zuletzt, pessimistisch, kompromißlos, klug. Und von Meister Morricone angemessen elegisch untermalt.