A BEAUTIFUL DAY
Film-Nr.: 16212
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Genre: Drama
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A BEAUTIFUL DAY

YOU WERE NEVER REALLY HERE (Originaltitel)

USA, Grossbritannien - 2017

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Lynne Ramsay
Darsteller: Joaquin Phoenix, Judith Roberts, Ekaterina Samsonov, John Doman, Alex Manette, Dante Pereira-Olson
Drehbuch: Lynne Ramsay, Jonathan Ames

Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Laufzeit: 86 Min.
Bildformat: anamorph, 2.39:1
Tonformat: Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Features: Interviews; Trailer

YOU WERE NEVER REALLY HERE lautet der Originaltitel des neuen Films von Lynne Ramsay (WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN) und er fasst sehr gut dessen eigenartige Atmosphäre zusammen. Die Geschichte des traumatisierten Kriegsveteranen Joe (ungemein intensiv: Joaquin Phoenix), der sein Geld damit verdient, verschwundene Töchter aus reichem Hause wiederzufinden und der dabei auch vor extremer Brutalität nicht zurückschreckt, zog in der Presse schnell Vergleiche zu Scorseses TAXI DRIVER auf sich. In der Tat bewegen sich die Protagonisten beider Filme in einem steten Spannungsverhältnis aus Trauma, Einsamkeit und Gewalt und beide haben es sich zum Ziel gemacht unschuldige Mädchen zu retten. Davon abgesehen geht Ramsays Film aber deutlich andere Wege. Wo Travis Bickle noch eine Bestimmung suchte, ist Joe nur noch auf der Suche nach einer Beschäftigung. Ein Leben voller Grausamkeit hat seinen Tribut gefordert und so lebt und arbeitet er nur noch um seine gebrechliche Mutter (Judith Roberts) zu pflegen. Bis einer seiner Jobs auf tragische Weise aus dem Ruder läuft und ein letzter Abstieg in die Hölle beginnt…Ramsay schildert die Geschichte ganz aus Joes eigenem gestörten Blickwinkel, in dem kurze Erinnerungsfragmente einer traumatischen Kindheit und Flashbacks von Kriegsgräueln immer wieder seine Wahrnehmung bestimmen. Die eigentliche Gewalt findet hingegen meist beiläufig, oft außerhalb des Bilds statt, scheint jedoch vielleicht gerade deswegen allgegenwärtig. Eine besondere Rolle kommt dabei dem ausgefeilten Sounddesign (Ramsay unterzog den Sound nach der Cannes-Premiere des Films nochmal einer Komplettüberholung) und der Filmmusik zu (Jonny Greenwood zieht mit Synthesizerklängen, E-Gitarren und dissonanten Streichern alle Register), die immer wieder die Sinne bewusst attackieren und einen Löwenanteil an der fiebrigen Kraft des Films haben. Am Ende ist YOU WERE NEVER REALLY HERE ein Rachefilm ohne Rache, das Porträt eines Mannes, der der eigenen Entbehrlichkeit ins Gesicht blickt. (Florian Prasser)