HEAVEN'S GATE - DAS TOR ZUM HIMMEL
Film-Nr.: 12297
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Genre: Drama
Genre: Western
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HEAVEN'S GATE - DAS TOR ZUM HIMMEL

HEAVEN'S GATE (Originaltitel)

USA - 1980

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Michael Cimino
Darsteller: Kris Kristofferson, Christopher Walken, John Hurt, Sam Waterston, Brad Dourif, Isabelle Huppert, Joseph Cotten, Jeff Bridges, Ronnie Hawkins
Drehbuch: Michael Cimino
Kamera: Vilmos Zsigmond

Sprache: Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Schwedisch, Norwegisch
Laufzeit: 209 Min.
Bildformat: 2.35:1, anamorph
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Features: Trailer

Legendärer Flop, der zum Sargnagel des produzierenden Studios (United Artists) wurde, das die Explosion der Kosten (aus budgetierten zwölfeinhalb wurden vierundvierzig Millionen Dollar) nicht verkraften konnte. Es ist dieser Umstand, der lange Zeit das eigentliche Werk überschattete, das sicher Längen aufweist, aber nichtsdestotrotz nach seiner Uraufführung von der amerikanischen Kritik zu Unrecht in Stücke gehackt wurde. Panikartig wurde aus der dreieinhalbstündigen Originalfassung ein zweistündiger Torso gezimmert - der an der Kinokasse trotzdem Schiffbruch erlitt. Es war auch der falsche Film für die Reagan-Ära, denn wovon er erzählte, war eine der düstersten Episoden der Landesgeschichte, die hässliche Schattenseite, die Anfang der Achtziger dort niemand sehen wollte. Cimino erzählte vom Johnson County War, der eigentlich kein Krieg, sondern eher ein Massaker war, das sich im Wyoming des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts zugetragen hat, als ein Zusammenschluss von Viehzüchtern, die die Ermordung von 125 Einwanderern in Auftrag gab. Nicht gerade John Wayne-Material also. Zumal Ciminos Western das Leben jener Epoche so detailtreu nachzeichnete, wie es vor und nach ihm wohl nie wieder jemand tat und seiner Geschichte einen derart epischen Anstrich gab (allein der Prolog dauert zwanzig Minuten), dass die emotionale Anteilnahme dabei mitunter einfach auf der Strecke bleibt. Was schade ist, denn der Film ist voller packender Momente: Christopher Walkens erster Auftritt etwa ist pures Kino; oder die eiskalte Machtdemonstration, als ein Gefangener achtlos niedergeknallt wird; bis hin zur rettenden Kavallerie, die hier (historisch korrekt) den Falschen hilft. Doch neben solch drastischen Schocks sind es oft auch die kleinen, den Charakteren gehörenden Augenblicke, die haften bleiben. Kris Kristoffersons Ohnmacht angesichts der Ereignisse etwa, oder auch John Hurts Selbsthass, als zynischer Elitenspross, der nicht erträgt, ewig unter seinen Möglichkeiten geblieben zu sein. Neben ihnen glänzen auch Jeff Bridges, Isabelle Huppert und Joseph Cotton - doch der wahre Star des Films ist letztlich Vilmos Zsigmonds (THE DEER HUNTER, CLOSE ENCOUNTERS OF THE THIRD KIND) atemberaubende Kameraarbeit.