DER BOXER UND DER TOD
Film-Nr.: 16242
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Genre: Drama
Genre: World Cinema
Genre: Historie / Kostüm
Genre: Krieg
Genre: Sport
Genre: Neuheiten
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DER BOXER UND DER TOD

BOXER A SMRT (Originaltitel)

Tschechoslowakei - 1963

DVD - Code 2 - PAL

Regie: Peter Solan
Darsteller: Stefan Kvietik, Manfred Krug, Valentina Thielová, Józef Kondrat, Edwin Marian, Gerhard Rachold
Drehbuch: Jósef Hen, Tibor Vichta, Peter Solan

Sprache: Deutsch, Anderssprachig
Untertitel: Deutsch
Laufzeit: 100 Min.
Bildformat: 1.33:1
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Features: 50-minütige Dokumentation über Regisseur Peter Solan; Kurzfilm DEUTSCHDORF von Peter Solan (1974); TV-Drehbericht; Interview mit Filmhistoriker Martin Kanuch; Bildergalerie; Interview mit Olaf Möller; Trailer

Ein echtes Meisterwerk des tschechoslowakischen Kinos, das nun auch endlich in Deutschland verfügbar ist: KZ-Kommandant Kraft (Manfred Krug) war im zivilen Leben Berufsboxer. Um über der täglichen Arbeit im Lager nicht aus der Übung zu kommen, sucht er sich unter den Insassen den slowakischen Amateurkämpfer Komínek (Stefan Kvietik) heraus, den er durchfüttern und trainieren lässt, um einen adäquaten Gegner zu haben. Komínek entgeht auf diese Weise der Gaskammer, steht jedoch schon bald in Verdacht, der heimliche Günstling des Kommandanten zu sein. Doch dann ergibt sich durch seine besondere Position die Gelegenheit, eine Flucht vorzubereiten... Peter Solan gelang ein Film von einer unglaublichen inszenatorischen und psychologischen Dichte. Dabei lässt er die Barbarei des Naziregimes auf das sportliche Fairplay des Sports treffen, das für die kurze Zeit im Ring aus beiden Männern scheinbar Gleichgestellte macht, ohne jedoch der Situation die Unmenschlichkeit zu nehmen. Denn wo der selbstgewisse „Herrenmensch“ Kraft in erster Linie Menschenmaterial zur Befriedigung seiner sportlichen Ambitionen sucht, ist es für Komínek ein Kampf ums Überleben und um einen Rest Menschenwürde inmitten des Massensterbens. In der Bundesrepublik war das Thema 1963 natürlich ein rotes Tuch und so dauerte es bis 2018 bis man bei uns einen der aufwühlendsten Filme über den Holocaust und obendrein eine der besten Leistungen Manfred Krugs bestaunen durfte. (Florian Prasser)